Spielbetrieb „mit Corona“

  • Das wird die Praxis zeigen müssen; es mag tatsächlich sein, dass es einige gibt, die zumindest den Erstversuch "wagen" wollen, einfach um festzustellen, wie sich diese "neue Normalität" anfühlt, ob sich ein "Wohlsein" bzw. "Unwohlsein" einstellt, ob die Hygiene-Maßnahmen tatsächlich eingehalten werden oder nicht etc. (und sich selbst fragen, ob sie aus der Beobachtung eines in unterschiedlichen Ausmaßen gestaltetes Nicht-Einhaltes irgendwelche Konsequenzen ziehen wollen, z. B. das Stadion zu verlassen)
    Die Mehrzahl dürfte sich das "Experiment" aber eher zuhause vorm Livestream von Magenta oder SpradeTV anschauen .

    Da mit dem Erstversuch ist so eine Sache. Kauft sich der ältere, langjährige Dauerkarten Inhaber seine Karte und stellt nach zwei Dritteln im ersten Spiel fest, dass das mit der Maske einfach nicht geht? Was macht er dann mit seiner Karte? Aus gesundheitlichen Gründen zurückgeben?

    Viele, viele langjährigen Zuschauer werden ihre Option gar nicht wahrnehmen. Und aus Selbstschutz verzichten. Und ob die GmbHs so viele Zahlungswillige finde steht auf einem anderen Blatt. Lass das mal mit Kurzarbeit und Jobverlusten erst richtig losgehen. Dann rutscht Profieishockey in der Prioritätenliste ganz weit nach hinten. Weil das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.

  • Anderweitig immer und überall Toleranz einfordern und hier gleich die Keule auspacken

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Wenn die Teams seit Wochen auf die Saison hinarbeiten, dann werden die sich wohl schon was dabei gedacht haben. Und ich sehe es nunmal, zumindest derzeit, realisticher das die Saison auch statt findet, als das alles an was seit Monaten gearbeitet wurde für die Katz war.

    nur sollte man eben nicht nur darauf aus sein möglichst viele Leute (unter solchen Vorgaben) ins Stadion zu holen,

    es geht doch hier vielmehr um eine Alternative (Sprade-TV).

    Es geht aber nur so. Denn ohne genug zahlende Zuschauer und das wurde von nahezu allen Teams immer betont, wird es kein Eishockey geben können.

    Und ich glaube ein Großteil der Nutzer hätte absolutes Verständnis wenn die TV-Preise entsprechend der Situation angepaßt werden.

    Und das glaube ich eher wieder nicht. Wer zahlt denn über 10€(günstigste Sitzplätze ab 17€, also müsste auch die Liveübertragung mind. so viel kosten) für ein Geisterspiel im TV? Zumal fast niemand allein schauen wird, sondern man trifft sich und guckt zusammen mit Freunde und Familie. Oder gleich in der nächsten Kneipe, ohne Mundschutz an den Tischen und Bier vor der Nase.

    Ich verstehe ja die ganzen Bedenken, doch führt einfach kein Weg daran vorbei, so viele Fans wie nur möglich in die Stadien zu bringen.

    Einmal editiert, zuletzt von Bone02943 (17. Juli 2020 um 15:35)

  • Viele, viele langjährigen Zuschauer werden ihre Option gar nicht wahrnehmen. Und aus Selbstschutz verzichten. Und ob die GmbHs so viele Zahlungswillige finde staht auf einem anderen Blatt. Lass das mal mit Kurzarbeit und Jobverlusten erst richtig losgehen.

    Für die bevorstehende DEL2-Saison der Lausitzer Füchse konnten bis zum Ende der ersten Phase 744 Anträge für eine Dauerkarte verbucht werden. Ganz besonders freuen sich die Verantwortlichen über 40 neuen Reservierungsanfragen.https://www.wochenkurier.info/sachsen/goerli…-im-kurs-76797/

    Zumindest war man bis dahin fast an den Zahlen der letzten Saison dran.

  • Und das glaube ich eher wieder nicht. Wer zahlt denn über 10€(günstigste Sitzplätze ab 17€, also müsste auch die Liveübertragung mind. so viel kosten) für ein Geisterspiel im TV? Zumal fast niemand allein schauen wird, sondern man trifft sich und guckt zusammen mit Freunde und Familie.

    Solidarität heißt das Zauberwort, und ohne die wird es in dieser Zeit weder im Eisstadion noch außerhalb gehen.

    Einmal editiert, zuletzt von BT-Tiger (17. Juli 2020 um 16:15)

  • Schon, aber da sehe ich lieber mehr Leute im Stadion, als vor dem TV. Denn wie geschrieben, ohne genug im Stadion, auch keine am TV. Deshalb brauchen die Teams wenigstens ein gewisses Maß an zahlenden Zuschauern in den Hallen. Und auch da sind die Fans gefragt. Wer aus Gründen der Angst vor einer Ansteckung das Risiko nicht eingehen will, dass finde ich verständlich. Was die Masken betrifft, ich denke da gewöhnt man sich schon dran.

    Klar ist eine FFP2 Maske auf Dauer nicht angenehm, aber wenn es sonst kein Eishockey gibt, dann wohl das keinere Übel.

    Mir wäre es natürlich auch lieber es würde ein einfacher Mund-Nasenschutz reichen.

  • Das Konzept für die Zuschauer überzeugt schon - in der Theorie.

    Es kommt aber letztendlich darauf an, wie es dann am jeweiligen Standort umgesetzt werden kann und umgesetzt wird.

    Und, was und wieviel dann vom zuständigen Amt genehmigt wird.

    Für mich selbst kommt dann noch die Risikoeinschätzung an sich dazu = die Infektionslage, wie Zahl der bekannten Infizierten, Neuinfektionen der letzten Tage und Zuschauerverhalten vor und in der Halle. Und zwar die Infekionslage am direkten Standort, der weiteren Umgebung und auch im erweiterten Einzugsgebiet - soweit diese Zahlen eben einzusehen und ohne stundenlange Recherche zu ermitteln sind. Und ich weiß, dass es auch nicht entdeckte Infektionen gibt, aber da gehe ich davon aus, dass diese sich etwa ähnlich der bekannten Infektionslage verhalten. Sind in den letzten Tagen nur wenige Neuinfektionen festhestellt worden, kann man auch davon ausgehen dass die Zahl unentdeckter Infizierte nicht übermässig hoch ist - ist eben eine Risikoeinschätzung.

    Was das Konzept für die spielende Seite anbetrifft kommen mir schon gewisse Bedenken, aber ich möchte das jetzt nicht zerpflücken, da ich mit meiner Person davon ja nicht direkt betroffen bin (außer es wird nicht mehr gespielt).

    Ich wüsste aber auch nichts, was ich als viel besser vorschlagen könnte, da man ja nicht das ganze benötigte Personal über die Saison in kompletter Quarantäne halten kann. Man wird wohlö immer wieder Infektionen feststellen (wenn da 1-2x pro Woche gestestet wird), aber man muss halt darauf achten, dass sich das hier nicht ausbreitet (Spieler + Funktionäre).

    Was mir am Konzept noch fehlt, ist die Ansage, wer denn die Kosten für die vielen Tests trägt bzw tragen soll. Immerhin kann man von mindestens ca 60-80 Tests pro Woche ausgehen.

    Positiver Gesichtspunkt.
    Es wurde immer nach einem Konzept geschrieen, jetzt wurde es geliefert. Und es ist gar nicht mal so schlecht, selbst wenn es noch Kritikpunkte enthält. Ein 100% Konzept ist ja auch nicht möglich.

    Es ist ja "nur " der Basisstein, auf dem die Klubs jetzt ihre örtlichen Konzepte aufbauen und somit in eine konkrete Planung eintreten können.

    In soweit passt es schon.

  • Bone02943

    Das ist ja alles verständlich.

    Ohne einen gewissen Anteil zahlende Zuschauer ist eine Saison nicht zu finanzieren für die Vereine.

    Im Gegensatz dazu steht aber auch der "Gegenwert" für das Eintrittsgeld in Form von Auflagen und Zwängen beim Besuch in keinem gesunden Verhältnis mehr zum einst erwartbaren Erlebnis eines Besuches im Stadion.

    Selbst diejenigen die aktuell noch optimistisch auf eine kommende Saison unter den beschriebenen Auflagen hoffen, und dann auch ins Stadion gehen, werden recht schnell ernüchtert sein.

    Als Folge wird ein katastrophaler Zuschauereinbruch nach ein bis zwei Heimspielen kommen.

  • Eines ist schon jetzt sicher, für diese Saison wird es wohl noch viele gute Ideen brauchen, damit das ganze vertretbar über die Bühne läuft, auch im weiteren Verlauf der Saison. Und Einfach wird es sicher für keinen Verein. Aber Not macht ja auch erfinderisch, soll mal jemand gesagt haben. :)

  • Selbst diejenigen die aktuell noch optimistisch auf eine kommende Saison unter den beschriebenen Auflagen hoffen, und dann auch ins Stadion gehen, werden recht schnell ernüchtert sein.

    Als Folge wird ein katastrophaler Zuschauereinbruch nach ein bis zwei Heimspielen kommen.

    Da liegt das Problem. Man kauft sich mit seiner Eintrittskarte, das "Vergnügen" mit Gasmaske, und als Brillenträger mit beschlagener Brille, in einem "Sicherheitsparcour" auf gestrichelten Linien rumlaufen zu dürfen. Umgeben von zig Hinweis und Verbotsschildern, gelangt man dann zu seinem Verweilplatz, und darf dann noch gute 2 Stunden die Schnauze halten. Welch ein Event :thumbsup:

  • Interessante Meldung aus dem FAZ-Ticker:

    Zitat

    Bei einem besonderen Konzert mit Tim Bendzko wollen Forscher der Uniklinik Halle mehr über Großveranstaltungen in Corona-Zeiten herausfinden. Derzeit werden 4000 gesunde Freiwillige zwischen 18 und 50 Jahren gesucht, die am 22. August ein Konzert des Berliner Musikers Tim Bendzko („Keine Maschine“) in Leipzig besuchen wollen, teilten die Projektverantwortlichen am Freitag in Halle mit. Erste Ergebnisse der Studie werden vier bis sechs Wochen später erwartet. Während des Projekts gelten strenge Hygieneregeln. Die Probanden sind etwa verpflichtet, sogenannte FFP2-Masken zu tragen. Hauptziel der Forscher ist es, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann. Zudem soll ermittelt werden, mit wie vielen anderen Menschen ein Konzertbesucher auch bei der Anreise in Kontakt kommt.

  • Das sind aber nicht "die meisten", sondern nur einige wenige, die dagegen steuern.

    Damit muss man leben. Sowohl hier als auch sonst, gibt es halt immer welche, die meckern müssen und alles schwarz malen. Letztendlich wird sich die Mehrheit durchsetzen und der Rest nach und nach verstummen.

  • Urmel 7

    Nein, es wird nicht leicht und wahrscheinlich auch

    nicht so „schön“ wie vorher. Aber du solltest dir viel-

    leicht langsam ein anderes Hobby inkl. Forum aus-

    suchen. Dein immer wieder das Ende heraufbe-

    schwörendes monotones „wird doch sowieso nix“

    ist langsam angekommen...

  • Grundsätzlich: Keiner erwartet Luftsprünge bei der

    Aussicht auf die FFP2-Maske. Aber das ist aktuell

    wohl der Türöffner.

    Sprade wird an Bedeutung gewinnen, aber es wird

    nie im Leben die Zuschauereinnahmen auch nur

    annähernd auffangen können. Diese „Alternative“

    ist keine, wie Bone02943 schon schreibt.

    Dazu bin ich mir sicher, dass es sehr wohl eine

    große Nachfrage geben wird. Das zeigen viele

    Meldungen bezüglich Dauerkarten aus den Clubs.

    Und je nachdem was bis Oktober/November pas-

    siert bezüglich Bars/Clubs/Discos werden die Men-

    schen einen großen Bedarf nach Unterhaltung ha-

    ben...

  • Da liegt das Problem. Man kauft sich mit seiner Eintrittskarte, das "Vergnügen" mit Gasmaske, und als Brillenträger mit beschlagener Brille, in einem "Sicherheitsparcour" auf gestrichelten Linien rumlaufen zu dürfen. Umgeben von zig Hinweis und Verbotsschildern, gelangt man dann zu seinem Verweilplatz, und darf dann noch gute 2 Stunden die Schnauze halten. Welch ein Event :thumbsup:

    Wenn ich die Möglichkeit bekomme den geilsten Sport der Welt weiterhin live zu verfolgen, dann nehme ich die paar Einschränkungen gerne in Kauf!

  • Dann gibt es dort nichts anzuschauen, außer man guckt die Widerholungen der letzten Saison. Denn ohne ausreichend zahlende Zuschauer in der Halle, gibt es auch keine Livespiele im TV, weder bei Sprade, noch bei Magenta. Denn eine Saison ist so nicht zu finanzieren.

    Guter Einwand!

    Das bringt einen zurück auf die Frage nach dem Ticketing - wahrscheinlich wird es somit tatsächlich fast NUR über Dauerkarten laufen können, weil nur dann im Voraus halbwegs planbar ist, das eine für die wirtschaftliche Tragfähigkeit notwendige Mindestmenge an Einnahmen aus Zuschauern generiert werden - ob dann die DK-Inhaber auch tatsächlich zum Spiel auftauchen oder nicht, spielt dann gar keine so große Rolle (auch wenn das Catering darunter leidet).

    Die Übertragung von Spielen durch Magenta oder Sprade muss ja schon eine Weile vorher abgeklärt sein - etwas überspitzt gesagt kann es der Telekom oder SpradeTV ja schnurz sein, ob das Spiel vor großem, kleinem oder überhaupt keinem Publikum stattfindet, wobei Streamingbilder von Stimmung im Stadion auch immer besser zu verkaufen sind als Grabesruhe.

    Aber Du hast recht: es ist klar, wenn die Saison abgebrochen werden muss, sei es wegen ausufernden Infektionsfällen oder weil ein Teil der Vereine in die Insolvenz geht, bricht auch das Geschäftsmodell (in Bezug auf die DEL/DEL2) von Magenta und SpradeTV weg.

    Aber die Vereine können ihre Zuschauer ja auch nicht in das Stadion zwingen, insoferngeht es wohl nur über den vorherigen Verkauf von Dauerkarten und wenn dann noch Kapazität frei sein sollte, kann man noch ein paar mehr Karten verkaufen. Ob die jeweiligen Fangruppen das "Erlebnis" auf Dauer annehmen werden, muss sich dann zeigen.

  • Und wer ist bereit wie in RV 680€ zu bezahlen wenn er nicht weiß ob er das mit Maske packt. Und nicht weiß ob bei steigenden Zahlen das Gesundheitsamt von jetzt auf gleich den Laden zumacht.

    Wir fünf, die seit Jahren zusammen zum Eishochey gehen, sind uns einig dass wir bei diesen Voraussetzungen die Saison ausfallen lassen. Und wir werden nicht die Einzigen sein.