Corona - alles eher Medizinische und Gesellschaftliche zum Virus

  • Bei den Kirchen mußte man erst einmal über das Osterfest kommen.

    Nun, da dies geschafft ist, keiner mehr in die Kirchen geht, kann man gut ein Konzept entwerfen, daß in der Kirche Abstand gehalten werden muß (ist bei der Besucherzahl eh nicht voll), der Pastor beim Abendmahl für alle trinkt und beim Singen Mundschutz getragen werden muß.

    Das Küssen der Ikone bei den Orthodoxen erfolgt durch einen Austausch-Papierfilten und zwischenzeitliche Desinfektion.

    Dann hat man das nächste Problem erst Pfingsten.

    Und statt eines Kekses zum Abendmahl gibt es einen Kleks Desinfektionsmittel auf die Hand

  • Das Küssen der Ikone bei den Orthodoxen erfolgt durch einen Austausch-Papierfilten und zwischenzeitliche Desinfektion.

    Aber genau bei solchen Beispielen habe ich Bedenken, ob da die Disziplin/der Umsetzungswille der Gläubigen groß genug ist.

  • Zur Stimmung im Land: diese scheint langsam zu kippen. Wenn man heute die Berichte im Fernsehen anschaut, dann wirft man der Regierung immer mehr vor, die Einschränkungen unzureichend zu erklären. Und dass die Grundrechte zu stark eingeschränkt werden. Gerade angesichts der Bilder über brutal wirkende Polizeieinsätze gegen Demonstranten.

    Zum Vergleich mal, wie es in einem anderen Land mit einem viel schlechteren Gesundheitssystem als hierzulande abläuft:

    Beispiel Marokko (ich kenne die Situation aufgrund persönlicher Kontakte ganz gut).

    Dort enden jetzt 5 Wochen Quarantäne. Seit 7. April Maskenpflicht. Ab morgen sollte geöffnet werden. Nun gab das Ministerium gestern bekannt, dass die Quarantäne um weitere 5 (!) Wochen verlängert wird. Die Leute drehen durch! Schon vorher hat häufig das Militär eingegriffen und die Leute zurück in die Häuser getrieben. In Marokko sind die Verschwörungstheorien sehr verbreitet. Viele glauben, alles sei Quatsch (ich weiß nicht wie man Bilder wie aus Italien, Spanien oder USA derart ignorieren kann; na ja, viele sind ja Fernsehverweigerer; wie bei uns, weil die Bilder ja alle gefaket sind).

    Jetzt sitzen die Menschen dort fest in der Hitze, in ihren Stadtwohnungen und drehen durch. Bin gespannt, wie das in Marokko noch weitergeht.

  • am Freitag? gab es eine Radio Sendung swr3 und ein Sender aus Südtirol. Dort war zu hören, das die Südtiroler Gastronomie ohne Deutsche Touristen faktisch tot ist. D.H. die brauchen eine Aufhebung der Reisewarung Deutschlands. Klar komme die jetzt alle Betteln.

  • am Freitag? gab es eine Radio Sendung swr3 und ein Sender aus Südtirol. Dort war zu hören, das die Südtiroler Gastronomie ohne Deutsche Touristen faktisch tot ist. D.H. die brauchen eine Aufhebung der Reisewarung Deutschlands. Klar komme die jetzt alle Betteln.

    Deswegen waren die in Südtirol auch so angepisst, als die deutsche Reisewarnung Anfang/Mitte März kam, obwohl da schon die schlechte Situation offensichtlich war, und man heute sicher sagen kann, dass diese Warnung deutlich zu spät kam.

  • In Marokko sind die Verschwörungstheorien sehr verbreitet. Viele glauben, alles sei Quatsch (ich weiß nicht wie man Bilder wie aus Italien, Spanien oder USA derart ignorieren kann; na ja, viele sind ja Fernsehverweigerer; wie bei uns, weil die Bilder ja alle gefaket sind).

    Vor allem wenn man auch noch bedenkt, dass in Marokko auf Grund der Berichte aus Europa Europäer von Einheimischen aus Furcht vor Corona angefeindet worden sind.

  • Ich bin ja auch einer der sehr Vorsichtigen.

    Trotzdem ist die Entwicklung in Deutschland extrem positiv. Meiner Meinung nach. Die neuen Fälle sollen ja fast ausschließlich aus dem Familienkreis stammen.

    Ich weiß nicht, ob Talisker mit Infizierten Neuinfizierte meint. Denn auch insgesamt sieht es nicht schlecht aus. Fast 90.000 sind bereits wieder gesund!

    Klar kann man sich durch unüberlegtes Vorgehen schnell wieder alles kaputt machen. Trotzdem darf man angesichts dieser Zahlen ruhig alles neu durchdenken. Ich würde auch mich selbst einschließen. Trotzdem: jetzt ja keine Fehler machen!

    ja, die Lage in Deutschland entwickelt sich positiv - zur Zeit.

    Jetzt müssen wir abwarten, wie sich die Lockerungen auswirken, vor allem auch die gelockerten Lockerungen in einigen vorprechenden Bundesländern.

    Dazu kommt noch in wie weit die Disziplin der Bevölkerung weiter gut bleibt, vor allem auch im Hinblick auf die o.a. Lockerungen und vor allem die von einigen so vehement geforderten schnelleren Abschaffungen der Lockerungen und das immer wieder erfolgende Hinweisen auf "ist ja gar nicht (mehr) so schlimm, da muss die Bevölkerung wieder in de Normalität entlassenw werden".

    Es wurde ja deutlich gesagt, dass man in 14-Tage Schritten über weitere Erleichterung nachdenkt und spircht und die Maßnahmen an die aktuellen Gegenbenheiten anpasst.

    UND dass man lieber etwas vorsichtiger beginnt und im Laufe des Exit-Vorgangs dann etwas großzügiger werden kann, als dass man die Zügel dann wieder ganz streng anziehen muss. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass bereits die jetzigen Erleichterungen schon etwas Bauchgrimmen verursachen aber eben ein politischer Kompromiss sind.

    Aber die meisten Betroffenen haben eben schon wähernd der Vekündung abgeschaltet, als sie nicht namentlich in ihrer Branche bei den "befreiten" waren, und zuschäumen und geifern begonnen, so dass sie schon die 14-Tageregel nicht mehr mitbekommen haben.

    Und genau diese Fraktion und ihre Lobby inkl der Politiker die sich jetzt als elbst ernannte Befreier Umfragepunkte erhoffen sind die grösste Gefahr für mögliche "Normalitäten" dann im Herbst. Eine weitere Gefahr stellen dann noch die "Urlauber" dar: ob sie in- oder ausländisch auf Reisen gehen oder sich auch nur in ihrem "Kein Urlaub"-Frust gegen aktuelle Beschränkungen auflehnen und sie in ihrem Sinne dann auslegen.

  • Stand heute: Neuinfizierte 2458

    Genesene 27008)

    na ja, Genesene sind geschätzt nach bekannten Infektionen,

    aber auch die neuinfizierten sind nur die nachgewiesenen Fälle.

    Es sind schöne Zahlen im Hinblick auf die vor ein paar Wochen. Prima!

    Aber es brodelt schon unterm Deckel oder schöner ausgedrückt in der Büchse der Pandora

  • Vor allem wenn man auch noch bedenkt, dass in Marokko auf Grund der Berichte aus Europa Europäer von Einheimischen aus Furcht vor Corona angefeindet worden sind.

    Na ja, das ist eben menschlich und es passiert bei uns und eigentlich in allen Ländern.

    Ich hab diese Fälle aus Marrakesch (ich denke die sprichst du an) auch genannt, in Marokko meinte man, diese Art von Rassismus sei nur gegen Chinesen gerichtet gewesen. Was ja nicht stimmt.

    In Deutschland schreit man auch Asiaten "Corona Corona" entgegen oder wie ich gelesen habe "dich sollte man mit Sagrotan übergießen".

    In China werden schwarze Afrikaner attackiert mit "du bist Corona".

    In Südafrika sagen sie, Corona ist eine Krankheit der Weißen. Wir Schwarze haben das nicht.

    In Indien sind die Muslime die Schuldigen, sie würden das Virus absichtlich verbreiten für eine Art Corona-Dschihad.

    Das ist eben bei Menschen (leider) so. Vor dem Fremden hat man Angst. Und weil man das Fremde als Bedrohung ansieht, wird das Fremde angefeindet.

  • Reisedeal mit Österreich im Gespräch

    https://www.pnp.de/nachrichten/ba…ch-3663272.html

    Das hört sich hier aber wesentlich verhaltener an:

    https://orf.at/stories/3162449/

    Klar ist die Tourismusbranche scharf darauf, dass die Grenzen schnellst möglich geöffnet werden, aber dass denen die Gesundheit der Urlauber am ... vorbeigeht, weiß man spätestens seit Ischgl.

    Im Sommertourismus gibt's zwar weniger Remmidemmi wie beim Apres-Ski, trotzdem kann ich auf ein Ischgl 2.0 durchaus verzichten.

    Mit Südtirol schaut's übrigens genauso aus. Während in der Nachbarregionen schon Corona wütete, war dort während der Faschingsferien und der BiathlonWM in Antholz fast wundersam ja noch alles safe.

  • Vor allem wenn man auch noch bedenkt, dass in Marokko auf Grund der Berichte aus Europa Europäer von Einheimischen aus Furcht vor Corona angefeindet worden sind.

    Guten Tag

    Ist schon interessant , wenn man frei von Aller schuld und mit dem Heiligenschein auf den Kopf

    Mit dem Finger auf andere Länder deutet

    Wo sich bei uns die Deutschen sogar gegenseitig beschimpfen

    Respekt , dass so ein Thema überhaupt so hochkocht

  • Das mit den Kirchen liegt mir sehr schwer im Magen, vor allem weil dort der prozentuale Anteil der Risikogruppe Senioren wohl so hoch ist wie sonst nirgends im öffentlichen Raum.

    Es ist schwer gegen Religion anzukommen, aber hier gilt es hart zu bleiben.

    ich denke bei der nächsten Erleichterungswelle werde auch die Kirchen berücksichtigung finden.

    Das Hauptproblem liegt hier aber darin, dass alle Kirchen, Moscheen, Synagogen und weitere religöse Versammlungsstätten GLEICH behandelt werden müssen. Um hier nicht den Verdacht der Ungleichbehandlung einer Religion aufkommen zu lassen, muss man sich aber nach der "gefährlichsten" Religionsausübung richten und danach alle beregeln.

    Ein ganz normaler Gottesdienst mit 100 Gläubigen im Kölner Dom dürfte kein Problem darstellen, aber so ein 50qm Betsaal mit 50 Leuten wäre schon ein No Go.

    Evangelisches Abendmahl = alle trinken aus einem Kelch (ist aus Silber, wird immer etwas weitergedreht zum Nächesten und zwischendurch auch schon mal abgewischt) unter Corona sicher nicht gerade empfehlenswert.

    In der Katholischen Kirche, wo nur der Priester trinkt, wohl kein Problem

    Oblaten bzw Hostien mir der Abstandsregel sicher kein Problem.

    Auch bei anderen Religionen gibt es sicher einiges was unter Corona nicht geht und auch was trotzdem geht. Ganz diffizieles Gebiet, voll mit Tretminen und Verschwörungstheorien.

    Das ist alles schwierig zu regeln und müsste dann auch noch auf Einhaltung geprüft werden (verwende absichtlich in diesem Zusammenhang nicht das Wort überwachen).

    Aber da muss was kommen. Alleine schon deswegen weil von dort, angesichts der für die Betroffenen wirklich außergewöhnlichen Einschränkungen, sehr wenig "Gegenwehr" gegen Beschränkungen kommt sondern sogar relativ viel Verständnis und Zustimmung! Und ich gehe davon aus, dass dort die Disziplin bei Erleichterungen gößer sein wird, als in vielen Teilen der "Restbevölkerung".

  • Auf focus.de gibt es einen Bericht vom 17.04.2020, in dem Rachid Azzouzi wie folgt zitiert wird:


    Damit spricht er mir ein Stück weit aus der Seele. Denn in der bisherigen Berichterstattung wurde der zuschauerträchtige Profisport zu oft sinngemäß als eben diese "Spaßveranstaltung" abgetan.
    Keine Frage: Die Gesundheit und die Kontrolle über das Virus gehen vor.
    Dennoch ist der Profisport in Deutschland genauso ein Wirtschaftszweig wie Handel, Industrie, Tourismus, etc..

    Deshalb habe ich die Erwartung, dass man - genau so wie in anderen Bereichen - auch dort eingehend prüft und sich Gedanken macht, wann wie unter welchen Bedingungen die Durchführung von Profisport möglich ist.
    Ein pauschales "wenn Impfstoff verfügbar" ist mir da zu einfach.

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    Kann ich Dir gut folgen. Aber ich denke schon, dass der Profisport unter diesem Gesichtpunkt betrachtet wird. Aber dazu gehört auch Systemrelevanz (schönes Wort), Wichtigkeit für die Gesamtwirtschaft und Bevölkerung, aber aus das Risikopotential für Corona und welcher Wirtschaftszweig soll/muss bei stufenweiser Erleichterung vor bzw hinter dem Profisport eingeordnet werden. Ein Problem unter dem zum Beispiel auch der Gastronomie- und Veranstaltungsbereich leidet und da arbeiten noch viel mehr Leute in diesen Branchen.

    Und da steht eben Profisport nicht so weit vorne (logischerweise) auf den Prioritätenliste.

    Das muss bei der ganzen Diskussion auch realistisch betrachtet werden.

  • Zur Stimmung im Land: diese scheint langsam zu kippen. Wenn man heute die Berichte im Fernsehen anschaut, dann wirft man der Regierung immer mehr vor, die Einschränkungen unzureichend zu erklären. Und dass die Grundrechte zu stark eingeschränkt werden. Gerade angesichts der Bilder über brutal wirkende Polizeieinsätze gegen Demonstranten.

    die Medien brauchen eben immer neue Schlagzeilen und "nur Corona" gibt langsam nicht mehr so viel her, wie Aktionen gegen Corona und Kritik an Coronamaßnahmen bzw Nichtmaßnahmen. Die Medien tragen schon viel zur Grundstimmung bei.

    Dazu kommen jetzt immer mehr "Mediensüchtige" (bezeichnie die jetzt einfachheitshalber mal alle so, auch wenn mir das eigentlich zu polemisch ist), die auch mal wieder aus verschiedensten Gründen öffentlich wahrnehmbar sein wollen und das geht eben am besten mit Kritik an Maßnahmen und/oder Forderungen nach viiiiel mehr Exit oder gleich Abschaffung.

    Manchmal kommen dann auch noch Miß- bzw Unverständnisse an Maßnahmen dazu, die vereinfacht vermittelt und /oder verstanden werden, da die Komplexität die in der jeweiligen Entscheidung liegt nicht richtig vermittelt wird, da zu umfangreich oder auch zu kompliziert, oder aus denselben Gründen nicht richtig im Einzelnen verstanden wird. Manche hören auch nicht richtig zu, denken nicht erst mal nach oder informieren sich etwas weiter sondern haken Schlagzeilenartig bei einzelnen sie betreffenden Punkten ein und donnern los. Oder sie hängen sich einfach bei passenden Schimpftiraden kritiklos an. Und welche wollen einfach in dem derzeitigen System für etwas Unruhe sorgen.

    Der Großteil der Bevölkerung - und das ist wichtig und gut - verhält sich aber weiter sehr diszipliniert und vertraut den Entscheidungen, selbst wenn die auch nicht immer ganz einleuchten.

  • Der tschechische Präsident wagt sich als erster im Bezug auf Reise aus der Deckung und kündigt an, dass die Staatsgrenzen für ein volles Jahr geschlossen bleiben sollen.