Corona - alles eher Medizinische und Gesellschaftliche zum Virus

  • Der Laden wird aber nicht besser laufen, wenn man erstmal Millionen von Patienten mit Langzeitfolgen zu verzeichnen hat.

    Vielleicht sollten wir nicht gleich "Millionen" in den Raum

    werfen. Denn damit Millionen Langzeitfolgen erleiden,

    müssen noch viel, viel mehr Millionen erkranken. Und

    das sehe ich selbst mit Omikron nicht.

  • Wenn ich meine Sichtweise darlege, hört sich das aber schon etwas anders an! Da heißt es schnell mal "Scheißdreck".

    Ob das vielleicht an deiner Sichtweise und der Art, wie du sie rüberbringst liegen könnte?

  • Wenn du krank bist, muss vertreten werden und gut.

    Du wirst Titan No.1 Zynismus vor - und haust einen solchen

    Satz raus, während du selbst Teil des Systems Schule bist?

    Sorry, aber was lächerlicheres hab ich hier seit langem nicht

    mehr gehört...

    Auch wenn es in viele Weltbilder nicht passt: Die große Mehr-

    heit der Lehrer schleppt sich trotz besseren Wissens in die

    Schulen, egal ob angeschlagen oder schon wirklich krank.

    Wenn da jeder vernünftigerweise daheim bleiben und sich

    auskurieren würde, steht der Betrieb still.

  • Nimm es mir nicht übel, aber es ist normal, dass derjenige der krank ist zuhause bleibt. Wo ist das zynisch? Das System Schule krankt genau an diesen Bedingungen! Lehrer schleppen sich erschöpft, krank und überarbeitet in die Schule, weil eine falsche Moral hinter dem Leistungsdruck steckt oder woher kommen die ganzen Lehrer mit Burnout und Depressionen? Genau deswegen ist es wichtig, wenn man krank ist zuhause zu bleiben.

  • Vielleicht sollten wir nicht gleich "Millionen" in den Raum

    werfen. Denn damit Millionen Langzeitfolgen erleiden,

    müssen noch viel, viel mehr Millionen erkranken. Und

    das sehe ich selbst mit Omikron nicht.

    Das werden wir in 3 Monaten wissen. Bisher sehe ich keine Maßnahmen, die uns dieses Szenario unterbinden würden. Schulen sind der Ort, wohin die Arbeitskräfte ihre Kinder bringen, damit sie arbeiten können. Von diesem Roulette gehts dann in die Haushalte und weiter ins Büro oder ins 2G Restaurant, bevor der Test überhaupt anschlägt.

    Sorry, aber die aktuelle Politik fährt eindeutig die Linie: lasst euch impfen, ihr bekommt es so oder so, wir unterbinden nichts, wenn ihr Glück habt, habt ihr einen milden Verlauf und kein Long Covid. Das wäre auch ok, wenn man es so kommunizieren würde. Das tut man aber nicht.

  • Die kranken Lehrer sind nicht verantwortlich dafür, dass Stunden ausfallen. Von daher sollten sie, wie jeder andere Arbeitnehmer, im Krankheitsfall zu Hause bleiben.

    Niemand profitiert davon, wenn jemand krank zur Arbeit kommt. Das Phänomen des sogenannten Präsentismus verursacht einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden.

  • weil eine falsche Moral hinter dem Leistungsdruck steckt oder woher kommen die ganzen Lehrer mit Burnout und Depressionen?

    Das ist völlig falsch. Wir machen es, damit überhaupt vor jeder Klasse ein Lehrer steht, weil es uns um die Schüler geht.

    Beispiel: gestern ne WhatsApp von einer Schülerin gekriegt, dass sie positiv in Kroatien festsitzt und keine Bücher dabei hat und wie sie nun Hausaufgaben machen solle.

    Was könnte ich tun? --> sagen, es ist nicht mein Problem, weil sie es verkackt hat.

    Was tue ich? Ihr alles einscannen und schicken, weil es mir um ihren Abschluss geht.

    Was fragen sich die Leute hier im Forum? Wie man in dieser Zeit so leichtsinnig nach Kroatien fahren kann? 😛

    Und die Erkrankungen rühren zumeist daher, dass man sich emotional nicht trennen kann.

  • Wenn ich nach Großbritannien schaue, dann wird es mir schon mulmig.

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    Ja mulmig kann einem da schon werden. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede zu GB. Wenn ich mir die Zuschauerränge in der premier league ansehe und wie ausgedünnt unsere Stadien waren, selbst als die Inzidenien noch niedrig waren. Selbst als Omikron schon bekannt war, wurde da nicht gebremst. Da ging es Boris doch in erster Linie um den eigenen Skalp.

  • Völlig falsch also. Nun ja, ich zitiere dafür mal ein paar Aussagen von Lehrern in der Zeit wo ich an einer Oberschule gearbeitet hab. 1. "Ich darf nicht fehlen, weil meine Stunden sonst vertreten werden müssen." 2. "Ich darf nicht fehlen, weil ich sonst von den Stunden runter gesetzt werde." 3. "Wenn ich fehle, steigen mir die Eltern aufs Dach."

    Ich habe diesbezüglich nie bezweifelt, dass es den Lehrern nicht auch um die Schüler geht, es bringt den Schülern kurzfristig etwas, aber langfristig schadet es dem ganzen System, wenn Lehrer immer wieder Lücken füllen, einspringen. Das sind doch keine normalen Arbeitsbedingungen, wenn man nie ausfallen darf. Der Druck dahinter ist immens. Eine Lehrerin sagte mal zu mir, sie dürfe sich keine Schwäche erlauben und sie sei schon alt und es würde nur darauf gewartet wann sie ausfällt und das macht Angst, aber statt das System zu ändern, trägt man es mit durch ständige Präsenz, durch übers Limit gehen. Das kann nicht gut für Lehrer sein. Ich respektiere den Job als Lehrer durchaus, aber diese Selbstaufopferung wird zur Selbstzerstörung und ich weiß das viele Lehrer sich für ihre Schüler engagieren, aber doch nicht um den preis der eigenen Gesundheit.

  • Völlig falsch also. Nun ja, ich zitiere dafür mal ein paar Aussagen von Lehrern in der Zeit wo ich an einer Oberschule gearbeitet hab. 1. "Ich darf nicht fehlen, weil meine Stunden sonst vertreten werden müssen." 2. "Ich darf nicht fehlen, weil ich sonst von den Stunden runter gesetzt werde." 3. "Wenn ich fehle, steigen mir die Eltern aufs Dach."

    Ich habe diesbezüglich nie bezweifelt, dass es den Lehrern nicht auch um die Schüler geht, es bringt den Schülern kurzfristig etwas, aber langfristig schadet es dem ganzen System, wenn Lehrer immer wieder Lücken füllen, einspringen. Das sind doch keine normalen Arbeitsbedingungen, wenn man nie ausfallen darf. Der Druck dahinter ist immens. Eine Lehrerin sagte mal zu mir, sie dürfe sich keine Schwäche erlauben und sie sei schon alt und es würde nur darauf gewartet wann sie ausfällt und das macht Angst, aber statt das System zu ändern, trägt man es mit durch ständige Präsenz, durch übers Limit gehen. Das kann nicht gut für Lehrer sein. Ich respektiere den Job als Lehrer durchaus, aber diese Selbstaufopferung wird zur Selbstzerstörung und ich weiß das viele Lehrer sich für ihre Schüler engagieren, aber doch nicht um den preis der eigenen Gesundheit.

    Aber das hast doch lang auch ausserhalb einer Pandemie...

    In anderen Berufen schadet ein Ausfall hat Kolleginnen und Kollegen und deren Familien zB weil sie für dich einspringen müssen, wenn son Einstzplan wie auch immer eng gestrickt ist ... und und und.....

    Ist das nicht ein altbekanntes Problem?

  • Es gibt auch die Sorte Lehrer, die bei kleinstem Halskratzen Zuhause bleiben (Völlig unabhängig von Corona). Das unterscheidet sich in der Tat nicht zu anderen Berufsgruppen ;)

    chris

  • Aber das hast doch lang auch ausserhalb einer Pandemie...

    In anderen Berufen schadet ein Ausfall hat Kolleginnen und Kollegen und deren Familien zB weil sie für dich einspringen müssen, wenn son Einstzplan wie auch immer eng gestrickt ist ... und und und.....

    Ist das nicht ein altbekanntes Problem?

    Ich habe ja eingangs schon mal erwähnt, dass das System krankt, weil es dieses falsche Credo gibt immer präsent sein zu müssen und in diesem Zusammenhang erwähnt, dass sich Lehrer auch außerhalb der Pandemie rechtfertigen müssen, wenn sie krank sind und ich erachte dies als absolut zerstörerisch. Da werden Lehrer mehr oder weniger dazu gezwungen über ihre Grenzen zu gehen und schlagen sich dann noch mit der Schuld rum, wenn es sie dann längerfristig erwischt. Deswegen finde ich es generell wichtig, egal ob Pandemie oder nicht - bin ich krank, muss ich zuhause bleiben und das System ändert sich wahrscheinlich erst, wenn dann auch die Vertreter sagen "Das ist nicht zusätzlich leistbar, wir brauchen mehr Leute oder ein anderes System." Das ist übrigens keine Schuldzuweisung an die Lehrer, die werden regelrecht da rein gepresst und es ist schwer das zu verändern.

  • Eine Lehrerin sagte mal zu mir, sie dürfe sich keine Schwäche erlauben und sie sei schon alt und es würde nur darauf gewartet wann sie ausfällt und das macht Angst, aber statt das System zu ändern, trägt man es mit durch ständige Präsenz, durch übers Limit gehen. Das kann nicht gut für Lehrer sein.

    Da ist nun viel Richtiges dabei: deshalb muss ich als Nicht-Kranker auch wieder rein! 8o

    Mit Ausnahme des Fettgedruckten... dazu hat man keine Möglichkeiten. In der Wirtschaft kann man zumindest mal streiken. Wir dürfen uns dafür anhören wie toll alles läuft und wie sicher alles ist. Die letzten zwei Jahre haben aber nur durch unserem "Über-dem-Limit-arbeiten" funktioniert. Jetzt bin ich aber 30 und habe keine Kinder. Mit den Kollegen mit zusätzlichem familiärem Stress möchte ich nicht tauschen.

    Da muss ich an die legendäre Karikatur mit den Geiern denken, wo ein Geier auf zwei Geier darunter kackt, diese wieder auf drei Geier darunter kacken und diese wieder auf vier Geier darunter kacken. Wir sind in der Position der vier Geier..

    Denn wenn man diese Missstände offen anprangert, wirds als Jammerei abgetan.

  • Ich habe ja eingangs schon mal erwähnt, dass das System krankt, weil es dieses falsche Credo gibt immer präsent sein zu müssen und in diesem Zusammenhang erwähnt, dass sich Lehrer auch außerhalb der Pandemie rechtfertigen müssen, wenn sie krank sind und ich erachte dies als absolut zerstörerisch. Da werden Lehrer mehr oder weniger dazu gezwungen über ihre Grenzen zu gehen und schlagen sich dann noch mit der Schuld rum, wenn es sie dann längerfristig erwischt. Deswegen finde ich es generell wichtig, egal ob Pandemie oder nicht - bin ich krank, muss ich zuhause bleiben und das System ändert sich wahrscheinlich erst, wenn dann auch die Vertreter sagen "Das ist nicht zusätzlich leistbar, wir brauchen mehr Leute oder ein anderes System." Das ist übrigens keine Schuldzuweisung an die Lehrer, die werden regelrecht da rein gepresst und es ist schwer das zu verändern.

    Ich verstehe was du meinst. :thumbup:

  • Corona ist das brennglas was inzwischen sämtliche gesellschaftlichen probleme die wir haben offen aufzeigt
    Corona ist das brenngals wo sämtliche probbleme im gesundheitssystem offen aufzeigt
    Corona ist das brennglas wo sämtliche probleme im schulsystem offen aufzeigt
    Wer dannach nicht auf den trichter kommt das sich gesellschaftlich oder besser gesagt überall in allen bereichen etwas verändern muss hat den schuß nicht gehört.
    Die spaltung die angeblich durch corona entstanden ist war schon vorher da. Nur hat es die spaltung auch da vorangetrieben wo wir es nicht erwartet haben.
    Denn die klufft zwischen arm und reich war schon lange vorher da. und die gefahr ist das wir diese gefahr nun völlig unterschätzen.
    Dass wird die größte aufgabe in der zukunft sein diese klufft zu veringern. Denn wenn nicht möchte ich nicht erleben was bei der nächsten krise passiert.
    Denn die letzte krise haben nicht die bezahlt die sie verursacht haben. Im gegenteil die haben inzwischen noch mehr und wollen immer noch mehr.
    Und ich bin alles nur kein linker kommunist. Aber so kann und darf es nicht weiter gehen.

  • Da ist nun viel Richtiges dabei: deshalb muss ich als Nicht-Kranker auch wieder rein! 8o

    Mit Ausnahme des Fettgedruckten... dazu hat man keine Möglichkeiten. In der Wirtschaft kann man zumindest mal streiken. Wir dürfen uns dafür anhören wie toll alles läuft und wie sicher alles ist. Die letzten zwei Jahre haben aber nur durch unserem "Über-dem-Limit-arbeiten" funktioniert. Jetzt bin ich aber 30 und habe keine Kinder. Mit den Kollegen mit zusätzlichem familiärem Stress möchte ich nicht tauschen.

    Da muss ich an die legendäre Karikatur mit den Geiern denken, wo ein Geier auf zwei Geier darunter kackt, diese wieder auf drei Geier darunter kacken und diese wieder auf vier Geier darunter kacken. Wir sind in der Position der vier Geier..

    Denn wenn man diese Missstände offen anprangert, wirds als Jammerei abgetan.

    Dann sind wir im Grunde auf der selben Spur

    Dieses über dem Limit arbeiten wird jedoch nie aufhören, wenn man es mit macht, denn dann entsteht dieser enorme Leistungsdruck nicht ausfallen zu dürfen. Es wird ja auch vermittelt, dass es so geht... Ich habe 6 Jahre als Schulsozialarbeiter an der Oberschule gearbeitet und das System entspannte sich erst, als die Schulleiterin beim Kultus für mehr Lehrer sorgte und dieses von unten raus verändern müssen bei Lehrermangel ist absurd, weil man sofort am Pranger steht, wenn eine Schule signalisiert das können wir nicht leisten. Seien wir mal ehrlich, gerade unterhalten wir uns nur über den Präsenzunterricht als reine Tätigkeit und das beschreibt nicht mal ansatzweise das Tätigkeitsfeld des Lehrers und dann soll man bei diesem irren Pensum immer weiter machen?

  • Dann sind wir im Grunde auf der selben Spur

    Dieses über dem Limit arbeiten wird jedoch nie aufhören, wenn man es mit macht, denn dann entsteht dieser enorme Leistungsdruck nicht ausfallen zu dürfen. Es wird ja auch vermittelt, dass es so geht... Ich habe 6 Jahre als Schulsozialarbeiter an der Oberschule gearbeitet und das System entspannte sich erst, als die Schulleiterin beim Kultus für mehr Lehrer sorgte und dieses von unten raus verändern müssen bei Lehrermangel ist absurd, weil man sofort am Pranger steht, wenn eine Schule signalisiert das können wir nicht leisten. Seien wir mal ehrlich, gerade unterhalten wir uns nur über den Präsenzunterricht als reine Tätigkeit und das beschreibt nicht mal ansatzweise das Tätigkeitsfeld des Lehrers und dann soll man bei diesem irren Pensum immer weiter machen?

    Völlig richtig!!!

    Aber nana --> "in Bayern gibt es keinen Lehrermangel" :

    Quereinsteiger in Bayerns Mittelschulen

    Dafür brauchts auch keinen Pädagogik-Abschluss mehr!

    Und auch gleich noch ein weiteres Beweis, wie ernst man das alles nimmt:

    Minderwertige Schnelltests an Bayerns Schulen

    Wir haben übrigens den Nadal-Schbelltest. Erkennt immerhin 13% aller Fälle mit hoher Viruslast!

  • Das Problem dürfte wie in der Klinik oder dem Pflegeheim das hohe soziale Engagement sein. Wenn die Pflegekraft endlich nicht mehr einspringen würde, würde man auch sinnvolle Maßnahmen finden den Pflegenotstand zu beenden. Das geht aber für eine Pflegekraft nicht so einfach von ihrer inneren Einstellung. Denn Lehrern geht es da ähnlich.

    Aber von Grundsatz wäre es richtig nicht krank arbeiten zu gehen

  • Schulen sind der Ort, wohin die Arbeitskräfte ihre Kinder bringen, damit sie arbeiten können.

    Wie irre wird es hier eigentlich noch? Was sind das für Aussagen?

    Schulen sind Lehranstalten, in denen Kinder gebildet werden. Keine Aufbewahrungsorte für Kinder, damit Erwachsene arbeiten können.

  • Ich weiß ich bin da auch etwas romantisch veranlagt und die Sicht als Sozialarbeiter wünscht sich ja auch eine gerechtere Gesellschaft, wie so viele Menschen. Ich habe für mich selbst den Entschluss gefasst dieses Spiel so nicht mehr mit zu spielen, aber mir ist durchaus bewusst, dass bei vielen Menschen auch viel von dem Einkommen abhängt was sie erzielen und man sich dann auch selber übergeht. Ich hoffe trotzdem das sich irgendwann mehr Menschen trauen krank zuhause zu bleiben, denn verschleppte Krankheiten schwächen länger als kurzfristig auskurierte.