Alles über den (Un-)Sinn eingebürgerter Spieler

  • @Chucky

    Danke, genau deshalb wurde ich wie @christobal meinte polemisch.

    Qualität/Talent setzt sich durch. Ansonsten würde ein Rieder nicht in der NHL spielen.
    Er hat es trotz des "deutschen Nachteils" geschafft.
    Kanada/Tschechien/Russland/USA haben keinen genetischen Vorteil um besser Eishockey zu spielen, es ist einfach die Anzahl, die als Kind zu spielen beginnen.
    Daraus ergibt sich einfach, wenn 1 von 1000 das Talent + körperliche Voraussetzungen für die NHL hat, dass pro Jahrgang in D 1 Spieler rauskommt und in Kanada 10 von 10000.
    Wenn man jetzt hergeht und es schafft, dass man die Nachwuchsspieler verdoppelt, dann hat man automatisch um den Faktor.

    Der Bayerische Fußball Verband hat 4682 Vereine, macht geschätzt 3000 Mannschaften macht etwa 45000 Kindern.
    Wenn hier offensiv vorgegangen wird und von jeder Mannschaft "nur" ein Kind zum Eishockey bewegt werden würde, dann hätten wir in 15 Jahren diese Diskussion nicht mehr.

    Mir hat noch hier keiner beantwortet was es dem deutschen Eishockey international bringen würde, wenn statt AL-Spieler deutsche Spieler künstlich in eine höhere Liga gezogen werden?
    Ein Wolf, A. Sulzer oder P. Reimer haben sich über Liga 2 hochgespielt. Reimer und Sulzer haben ihren Platz bei der DEG auch unter einem nordamerikanischen Trainer bekommen.
    Diese Spieler sind Leistungsträger in der Nationalmannschaft.

    Was würde es also für die Nationalmannschaft bringen, wenn ich einen Kapzan von Ravensburg in die DEL hoch ziehe?
    Er hat ein gewisses Talent ist aber bereits in SR und MUC in der DEL gescheitert. Er wird zu 99,9% kein Nationalspieler werden. Das ist nämlich was passiert wenn ich die Ausländer reduziere.

    Sorry, wenn ich es so sage, aber wer es nicht schafft einen 3. klassigen D/Kan zu verdrängen hat für mich auch nicht den A....... in der Hose den man braucht um international was zu reißen.

    Nächste Frage ist, warum sind bei den kleinen Vereinen nur ein Bender (SWW) und Höfflin(SR) die sich verleihen lassen um mehr Eiszeit zu bekommen?

    In D muss man vom Spielermarkt weg kommen hin zum Vereinsmarkt wo Spieler nachdrücken und nicht nachgezogen werden.

  • Aber genau da setzt das viel geschmähte 5 Sterne Programm des DEB doch an.

    Nachwuchsgewinnung/Rekrutierung

    Hauptamtliche Trainer

    Ausreichende Trainingsmöglichkeite

    Und nur, wenn man diese Basisarbeit bei den U10 Spielern erledigt, bekommt man die ersten Sterne.
    Nicht, wenn man sich eine DNL Mannschaft zusammenkauft.

  • Das was Löwe sagt kommt dem Problem schon näher.

    In den 80ern hat man uns die Spieler weggekauft nachdem sie ein oder zwei Jahre in der 1.Mannschaft gespielt hatten, jetzt geschieht das teilweise schon bei den Schülern, daß die besten Talente von DEL - Klubs gelockt werden, wohl wissend, daß diese jungen Spieler wenn sie 18 oder 19 sind nur die Bank drücken werden.
    Diese Spieler können doch gar keine Erfahrung sammeln. Sie sollten bis zu den Senioren bei ihrem Stammverein bleiben und in der Oberliga oder DEL2 Spielpraxis erwerben.
    Ja ich weiß dafür sind die Förderlizenzen gedacht.
    Welcher junge Spieler bekommt eher Eiszeit, der unbekannte mit der Förderlizenz oder der aus dem eigenem Nachwuchs, dessen Talent und Entwicklung seit Jahren bekannt ist?

  • @Eishockey_Dandy

    Erich Kühnhackl (* 17. Oktober 1950 in Citice, Tschechoslowakei)
    Kühnhackl kam zusammen mit seinen Eltern kurz nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die ČSSR 1968 nach Landshut und setzte seine bereits beim HC Baník Sokolov begonnene Karriere als Eishockeyspieler beim EV Landshut fort.

    Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde der größte Teil der deutschböhmischen Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben.

    Peter Draisaitl (* 7. Dezember 1965 in Karviná, Tschechoslowakei)
    Peter Draisaitl wurde in der Tschechoslowakei geboren und zog als Jugendlicher zu seiner Tante nach Peine.

    Wo ist der Unterschied eines Tschechen, der deutsche Vorfahren hat und einem Kanadier mit deutschen Vorfahren?
    Beide haben im Ausland Eishockey spielen gelernt.
    Wo kommt der "gute" und wo kommt der "böse" Eishockeyspieler mit deutschen Pass her?
    Bitte definiere eine Grenze was ein Deutscher ist?
    Das heilige römische Reich deutscher Nationen, Deutsches Reich von 1871 bis 1918, annektierte Gebiete im 3. Reich, BRD von 45-90 oder ab 1990?
    Sie sind gebürtige Tschechen.

    Mir geht es nicht ihre Leistungen zu schmälern aber sie sind auch eingebürgert und haben irgendwann den tschechischen gegen den deutschen Pass getauscht. Es gibt Gesetze die es regeln, dass ein Kühnhackl oder Draisaitl ab einem Datum x Bürger der Bundesrepublik Deutschland waren.
    Ab diesem Moment waren sie auch deutsche Eishockeyspieler. Ein Erich Kühnhackl würde wahrscheinlich, wenn er 40 Jahre später geboren wäre keinen deutschen Pass beantragen sondern als Tscheche in der NHL spielen. Wie ein Martin Reichel als Deutscher in D spielte und ein Robert Reichel als Tscheche in der NHL.

    Ausländer oder eingebürgerte schwächen meiner Meinung nach nicht das deutsche Eishockey. Das deutsche Eishockey ist nur einfach zu schwach um nicht auf solche Spieler angewiesen zu sein.

  • @Eishockey_Dandy

    Da sind dann aber die Vereine, und vorallem auch die Spieler selbst, gefragt langfristige verträge zu vereinbaren. Dann muss man dem Talent eben einen Vertrag über 7 Jahre unter die Nase halten und im zweifelsfall auch darauf pochen, wenn Verein XY ankommt und den Spieler haben will. Dann geht das eben nur über eine Ablöse XY. Aber viele Verträge haben im Eishockey ja leider kaum einen Wert.

  • Es ist für die Clubs und deren Verantwortliche natürlich immer am einfachsten die These zu vertreten, es muss zuerst im Nachwuchsbereich etwas getan werden, damit man im Profibereich mehr auf Deutsche Spieler setzen kann bzw. an den Kontingentstellen etwas ändern kann... Diese Argumentation gibt es schon seit über 30 Jahren und hat sich bis heute nicht geändert, wird sich auch in 10 Jahren nicht geändert haben. Es sind ja dann immer wieder andere Leute am Werk, die wieder darstellen können, dass die Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren zu schlecht war. Mit dieser Einstellung hat man nie den Druck etwas sofort ändern zu müssen und kann es immer auf die Zukunft schieben... sehr elegant und viele Anhänger kann man damit auch zufriedenstellen bzw. überzeugen, dass dies der richtige Weg wäre.

  • @Löwe

    Darum schreibe ich ja, dass 5 Sterne Programm ist ein guter Ansatz, nur er geht nicht weit genug.

    DEL/DEL2 macht 28 Vereine. Lass pro Team 20 neue Kinder rekrutieren, dass macht 560 Spieler.
    Ist schon mal nicht schlecht.
    Aber es fehlt mir noch die Unterstützung für kleine Vereine. Hier muss auch angesetzt werden.

    Raus auch zu den kleinen Vereinen. Im 50 km Umkreis von SR zum Beispiel liegen mit Dingolfing, Regen und Vilshofen 3 kleine Vereine mit Eisflächen. 2 davon haben keine Jugend-Teams im Spielbetrieb.
    Diese Gegenden liegen brach.
    Deutschland gehört im nächsten Schritt in Gebiete aufgeteilt, was spricht dagegen, wenn auch in Vilshofen oder Regen ein Rekrutierungstag durchgeführt wird und diese Vereine unterstützt werden überhaupt Teams aufzustellen?
    Klar werden da keine DNL-Teams rauskommen, aber dort kommt auch der ein oder andere raus, der dann höherklassig wechselt und von mir aus gerne in Landshut, Deggendorf oder Regensburg den letzten Schliff bekommt.

  • Es ist für die Clubs und deren Verantwortliche natürlich immer am einfachsten die These zu vertreten, es muss zuerst im Nachwuchsbereich etwas getan werden, damit man im Profibereich mehr auf Deutsche Spieler setzen kann bzw. an den Kontingentstellen etwas ändern kann... Diese Argumentation gibt es schon seit über 30 Jahren und hat sich bis heute nicht geändert, wird sich auch in 10 Jahren nicht geändert haben. Es sind ja dann immer wieder andere Leute am Werk, die wieder darstellen können, dass die Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren zu schlecht war. Mit dieser Einstellung hat man nie den Druck etwas sofort ändern zu müssen und kann es immer auf die Zukunft schieben... sehr elegant und viele Anhänger kann man damit auch zufriedenstellen bzw. überzeugen, dass dies der richtige Weg wäre.

    So ist es - und das hören / lesen wir so in unterschiedlichen Facetten immer wieder von Dir.
    Und jetzt Butter bei den Fischen: wie hört sich Dein machbarer, nicht utopischer Lösungsansatz an? :popcorn:

  • In Sachen Reduzierung der Kontingentstellen, Saison 2016/2017: 1) 8+2 oder 2) 9+0
    Saison 2017/2018: 8+0
    Saison 2018/2019: 8+0
    Saison 2019/2020: 8+0
    Saison 2020/2021: 6+2, Regelung dann dauerhaft beibehalten...

    In Sachen eingebürgerter Spieler: Deutscher Spielerpass wird erteilt für Spieler, die einen Deutschen Pass haben und mindestens 4 Jahre in einer Deutschen Eishockey-Liga(Nachwuchs- oder Erwachsenenbereich) aktiv waren.

  • In dem ich mehr in den Nachwuchs investiere und eventuell mal auf einen Spieler bei der Profimannschaft verzichten, vor allem dann, wenn der Kader der Profimannschaft sowieso schon gut aufgestellt ist...

  • Ok, jetzt hast du reduziert.

    Jetzt hast aber immer noch nicht verraten wie dadruch das deutsche Eishockey besser werden soll indem du pro Reduzierung 14/28 Spieler von der jeweils unteren Liga nach oben gezogen werden um 4. Reihen aufzufüllen?

    Glaubst du, dass dadurch aus einem Kapzan von Ravensburg ein Erhoff oder Sulzer werden würde und Deutschland durch die Reduzierung vom Klassenerhalt kämpfend zu einem Viertelfinalteam mit regelmäßigen Ausreißern ins Halbfinale wird?

    Bitte sag was du dir für die Nationalmannschaft erwartest bzw. wie du diese verbessern willst wenn du 3. klassige Deutsche subvensionierst?
    Sorry, aber erstklassige Deutsche gehen in die NHL (Rieder&Co.) zweitklassige mit Arbeit und Ausdauer in die DEL (Müller, Reimer Pietta, Gogulla)
    Bei deinem Vorschlag ändert sich nur, dass ein Schönberger oder Brandl aus SR dann bei Nürnberg und ein Reimer z.B. bei Mannheim. SR, A oder SWW bedienen sich dann in Liga 2 mit Spielern wie der o.g. Kapzan.

    Sag mir bitte wo die Leistungsexplosion dieser Spieler herkommen soll, dass die Nationalmannschaft mehr Erfolg hat?

    Einmal editiert, zuletzt von Calis (10. März 2016 um 15:38)

  • Nein, es würden kein Kapzan oder sonst wer in die DEL kommen, aber es würden die wirklich talentierten Spieler die es in der DEL 2 durchaus gibt, in der DEL zum Zuge kommen, siehe Stephan Daschner der vor 2 Jahren noch in der 2. Liga gespielt hat.... und es würde in den Teams mehr Leidenschaft vorhanden sein, als das was Ausländer nr. 7, 8 oder 9 bringen..., auch in Straubing, wo ein Stefan Loibl schon seinen fixen Platz haben müsste oder wo ein Max Renner von der DEL 2 in die Topverteidigungslinie gerutscht ist, ohne größere Anpassungsschwierigkeiten....

  • Mehr junge Spieler in der DEL, Entwicklung der Spieler findet schneller statt, mehr Spieler können sich entwickeln, die Auswahl für die Nationalmannschaft wird größer, weniger Plätze werden blockiert, mehr Perspektive für Deutsche Eishockeyspieler eine Profikarriere zu beginnen, usw....

  • Daschner ist ein Tolles Beispiel, kannst du mir sagen wo er spielt?
    Könnte es DEL sein? Hat er sich nicht in der DEL durchgesetzt?
    Dachte der spielt bei der DEG?

    Ein Loibl hat heuer 15 mal in SR gespielt.
    Technisch gut, körperlich noch nicht reif für die DEL. Spielt jetzt im Moment mit Rosenheim 2. Liga PO. Hat dort Eiszeit auch in wichtigen Situationen und holt sich Erfahrung. Hat in gg SCR 2 Tore und glaube 2 Assists 1 davon war das GWG im 3. Spiel.
    Noch 1 Jahr und 10 kg Muskelmasse und er kann mithalten.

    In meinen Augen genau der richtige Weg, erst in einer tieferen Liga lernen und auch in wichtigen Situationen spielen. Dann nach oben wechseln.
    Glaubst du, dass es ihm mehr bringen würde wenn er sich in der DEL in wichtigen Situationen in der DEL zuschaut?

    Es ist wirklich lustig, dass du Spieler aufzählst die es geschafft haben oder es schaffen werden.

    Zu Renner, er war letzte Saison schwer verletzt, dadurch nur 10 Spiele letztes Jahr und hat dieses Jahr 1 Spiel in SR gemacht. Das wirklich ordentlich.
    Er wurde dadurch zurück geworfen, das ist schade für ihn, denn er wird heuer 24 und fällt somit aus der Förderlizenzregelung. Aber wenn er so weiter spielt glaube ich, dass er auch einen Vertrag in der DEL bekommen kann. Er muss sich aber als 7. oder 8. Verteidiger durchsetzen.