DEL allgemein

  • Das Problem ist, dass ein durchschnittlicher AL im allgemeinen weniger aufruft, als ein guter deutscher Spieler, aber oft das gleiche Leistungsniveau hat.

    Vielleicht ist aber auch das Problem das es immer einen Verein gibt der die überhöhten Preise akzeptiert. Würde keiner bei den angeblich so hohen Gehältern bei den deutschen Spielern ja sagen dann müsste der Spieler für weniger anheuern oder mit dem Eishockey aufhören.

    Das Argument mit guten AL zum Erfahrungsgewinn für deutsche Spieler gehe ich ja mit aber leider sind viele von den AL nicht deutlich besser. Ist auch klar weil außer vielleicht 3-4 GmbHs kann sich keiner 9 AL von gehobenen Niveau leisten. Wenn man mal schaut was zu Zeiten von 2 oder 4 AL in der Bundesliga an AL rumgelaufen ist und was die Masse jetzt ist kann man eigentlich nur traurig sein.

  • Es geht um die Verallgemeinerung „den teuren deutschen Spieler“, den gibt es nämlich genauso wenig, wie „den typischen Amerikaner“. Und die Summen sind keine Ansicht, sondern gesammeltes Wissen. Die Nordamerikaner reden offen darüber, weil sie die Transparenz aus ihrer Heimat kennen und keine Scheu bei dem Thema haben.

    Die Verträge für die U21- Spieler sind textlich standardisiert. Die Manager tragen im Prinzip nur noch die gestaffelten Summen für die Vertragsjahre ein. In der Regel steht da für die U20-Nationalspieler 18.000,- €/Netto pro Saison im zweiten oder dritten Vertragsjahre.

    Mit diesem Wissen darf ein jeder die Pressemitteilungen seines Teams bewerten oder neu bewerten.

    Einmal editiert, zuletzt von Halfdan (19. April 2022 um 03:39) aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Gegenfrage: Wie willst du im deutschen Eishockey ggfs. steigende Lohnkosten bei reduziertem AL-Kontingent auffangen? Mal abgesehen von München, Mannheim oder Berlin krebsen doch eh alle Vereine rum und schauen, dass sie ihren Etat irgendwie decken können. Gewinne wirft kein einziger Club ab.

    Ja dann müssen die Clubs halt mehr eigene Spieler ausbilden.

    So sollte es auch sein, das man seinen Spielerbedarf halt aus der eigenen Nachwuchsförderung decken kann.

    Solange das nicht so ist, und das auch kein Erfolgskriterium ist, bleibt der eigenen Nachwuchs halt das Stiefkind, das er seit vielen Jahren ist.

    Und aktuell ist man halt parasitär davon abhängig, das genug US und Canada Boys den Sprung in die NHL nicht schaffen und dann eben lieber hier etwas mehr Geld verdienen als in der AHL und EHCL.


    Michi Wolf ist eben gerade auch ohne eine U23 Förderung und eine Beschränkung der Al-Lizenzen zum Rekord- und Nationalspieler geworden. Mit 24 Jahren erstmals DEL gespielt. Geht also anscheinend auch ohne die von dir geforderten Einschränkungen, wenn die Spieler hart genug arbeiten.

    Und wieviele Michi Wolfs gibt es?

    Ist halt schon wieder eine Art von dir zu diskutieren, das Argument halt einfach schwach.
    Du wirst mit einem einzelnen Fall alles belegen können. Das hat halt aber keine Aussage für das Gesamte.
    Weil es einen Michi Wolf gibt, macht es das gesamtsystem nicht besser. Zumal das auch 20 Jahre her ist.

    Jeder weisss das es schwierig ist aus dem nachwuchs in der DEL Fuss zu fassen, und das gute Nachwuchsarbeit leider kein Erfolgskriterium ist.
    Frag mal in Tölz, Rosenheim, Landshut etc. nach.

    Die DEL lebt davon das es in Nordamerika günstige Spieler gibt.
    Und die Liga ist durch und durch von ALs geprägt. Die entscheidenden Positionen besetzen fast alles AL Spieler, Trainer und Manager.
    Wenn man das anschaut, dann ist es eher ein Erfolgskriterium einen guten Draht zur Einbürgerungsstelle zu haben, entsprechende Spieler in NA mit dt. Schäferhund zu finden und denen einen dt. Pass zu verschaffen, als hier ausgebildete Spieler zu fördern und zu den Spielern zu machen die den Unterschied ausmachen.
    Fällt ja selbst in München und Mannheim schwer, obwohl da die Akademie und die Jungadler im Rücken sind.

    Ich denke das eine Schrittweise reduzierung der ALs Sinn macht, weil halt dann nicht mehr alle Topstellen von ALs besetzt werden können. Mit aktuell 11 und 9 Spielberechtigt hast du 1. + 2. C, 2 Top Wings, 2 Top D, No. 1 G und kannst immer noch nen 3. C und noch einen holen.
    Damit spielen im PP, im PK, im Tor, etc. etc. in allen Entscheidenden Situationen nur die ALs. Mit halt 2-3 dt. Spielern.
    Dazu haben die Teams noch eingedeutschte Spieler die auch nicht dem eigenen Nachwuchssystem entspringen.

    Das ist 0 Nachhaltig, die Liga ist reines Entertainment, das Nationalteam immer nur am RUmkrebsen, und du schaffst nie eine breite Basis. Für jeden Profi hast du halt auch 10 oder 20 mit denen er in der Jugend war, und die dann Eishockeyaffin sind, in unteren Ligen spielen, zum zuschauen kommen, ihre Kinder zum hockey bringen, etc. etc.
    Die Basis fehlt dem dt. Eishockey, leider massiv.
    Und das ändert sich nur, wenn Nachwuchsarbeit ein Erfolgskriterium in der DEL wird.

    Wahrscheinlich müsste man ein Punktesystem einführen, mit Local Heros, d.h. selbstausgebildete Spieler bringen irgendwas. Und man bräuchte mehrjährige Verträge.

    Sicher nicht einfach, aber wenn das Eishockey sich aus der Nische rausentwickeln will, dann ist es der Weg den man gehen muss. Es wäre ein erster Schritt zu versuchen die ALs schrittweise zu reduzieren, auf z.b. 5-6, einfach um dt. Spielern mehr raum zu geben. Die grosse Chance wäre Corona gewesen.
    Da hätte man diese Saison einfach mit Jugendspielern auffüllen sollen, das wäre günstig gewesen.

  • Ich glaube gar nicht einmal, dass die deutschen Spieler dann teurer werden als die Imports. Wenn ich als Verein eben beispielsweise 5 Mio. Etat habe dann kann (sollte :pfeif:) ich auch nur das ausgeben. Ob sich dieser Betrag nun auf 10 Kontis und 13 deutsche oder auf 5 Kontis und 18 deutsche aufteilt, ist im Grunde irrelevant.

    Was aber sehr wohl kommen würde, ist ein noch größeres Gefälle innerhalb der Liga. Die „Grossen“ kaufen „den Kleinen“ erst einmal nahezu alle guten deutschen Spieler weg. Einzig die regional verwurzelten würden bleiben (ja auch die gibt es - auch wenn das im Profisport eher unüblich ist). Die „Kleinen“ Clubs müssten sich in der DEL2 bedienen. Diese können zwar auch Hockey spielen, fehlen dann aber auch wieder dort. Die „Problematik“ wird somit schlichtweg nach unten weitergegeben.

    Ich möchte mich nicht festlegen, ob ich Imports sinnvoll oder weniger sinnvoll finde. Aktuell bin ich da noch unentschlossen. Es gibt wie immer im Leben Vor- und Nachteile.

  • Viele sind mit 23 eben noch nicht soweit

    Man redet hier von einem Lehrberuf, nicht von einem Studium. Da wär man mit 23 tatsächlich noch Jahre von jeglicher beruflicher Reife entfernt.

  • Und genau, weil die Reduzierung der AL-Stellen ja so toll funktioniert, erhöhen jetzt die Schweizer von 4 auf 6 AL-Stellen. Die merken nämlich gerade, dass ihre jungen Spieler nur mit Eiszeit, aber ohne entsprechende Anleitung und Vorbilder auch nicht so wirklich vom Fleck kommen.
    Und was deine Antwort mit "sportlicher Weiterentwicklung der Liga" zu tun hat, weisst wohl auch nur du selbst.

    Einfach Mantra artig immer die gleichen Schlagworte wiederholen hilft leider nur sehr bedingt weiter.

    Man kann sich alles so hindrehen wie man will.

    Aber in dem Fall sollte der finanzielle Hintergrund doch wieder deutlich über der angeblichen Jugendföderung stehen.....

    Es ist doch unumstritten dass die frischen Spieler aus NA, die dann in der 3 oder4 Reihe eines mittelmässigen DEL Clubs landen das beste Preis Leistungsverhältnis haben und genau um die geht es doch in der Diskussion.

    Es geht nicht um die Topspieler, die eine Klasse besser sind als der Rest von denen sich die jungen was abschauen können, es geht um das billige Auffüllmaterial, die dann am Ende noch einen deutschne Pass erhalten und 10 Jahre einem jungen, in D ausgebildeten Spieler den Platz wegnehmen.

    Denn das kann man drehen und wenden wie man will, der 21 jährige deutsche kommt halt nur in sehr sehr seltenene Fällen am 27 jährigen Kanadier aus der ECHL vorbei.

  • Und wieviele Michi Wolfs gibt es?

    Ist halt schon wieder eine Art von dir zu diskutieren, das Argument halt einfach schwach.
    Du wirst mit einem einzelnen Fall alles belegen können. Das hat halt aber keine Aussage für das Gesamte.
    Weil es einen Michi Wolf gibt, macht es das gesamtsystem nicht besser. Zumal das auch 20 Jahre her ist.

    Du hast aber schon mitbekommen, dass sich mein Post ausschließlich auf diesen Post hier bezogen hatte:

    Fan1974
    18. April 2022 um 22:41
  • Besser kann man es doch gar nicht mehr erklären.

    Der 27 jährige Kanadier muss aufgrund seiner Fähigkeiten teurer sein als der 21 einheimische.

    Nur wenn das irgendwann passiert wird man mehr auf den Nachwuchs setzen.

    Denn die DEL Teams sind keine Vereine sondern Unternehmen und eine Unternehmen setzt das zur Verfügung stehende Kapital so ein, wie man denkt das es den größt möglichen Ertrag bringt.

    Ich denke die ersten Schritte wurden gemacht, dass man mehr Nachwuchs "produziert" jetzt braucht man Zeit und Feinjustierung.

    Man sieht doch auch an den ganzen NHL Spielern, dass die Qualität besser geworden ist und auch mehr Spieler auf diesem Niveau dabei rauskommen.

    Somit muss man jetzt den eingeschlagen Weg weiter verbessern, damit am ende des Weges für DEL bis Oberliga mehr Spieler zur Verfügung stehen.

    Zeit und Geduld sind aber nicht immer vorhanden :)

  • Bei dem Thema/Argument Lohnkostenvorteile könnte ich immer kotzen.

    Wenn ein Team 3 Mio Spieler-Etat hat, wird es 3,3 Mio ausgeben, egal welche Regelung.

    Da Lügen sich die Verantwortlichen doch selbst an. Jeder Club versucht ein Maximum an Budget aufzustellen und reizt dieses maximal aus. Es kann mir keiner erzählen, dass wenn er sich 100.000 Euro bei zwei mittelmäßigen deutschen/schweizern Spielern gespart hat, diese dann nicht anderweitig ausgibt und vielleicht für dieses Geld einen TOP-Spieler holt.

    Die Personalkosten reduzieren sich dadurch doch nicht. So ein Quatsch. Bin mal gespannt, wie die Personalkosten in der Schweiz jetzt sinken oder konstant bleiben… ha ha

  • Man redet hier von einem Lehrberuf, nicht von einem Studium. Da wär man mit 23 tatsächlich noch Jahre von jeglicher beruflicher Reife entfernt.

    Wenn du in der Lehrzeit aber nur minderwertige Arbeit (wie zusammenkehren) machst, wie sollst danach dann die Fähigkeiten wie eine Top Fachkraft haben?

  • Man dreht sich doch bei dieser Diskussion wie seit Jahren im Kreis.

    Es geht - für mich - darum, dass sich das Ausbildungsniveau in den Vereinen verbessert. Das 5-Sterne-Konzept ist / war schon mal ein Anfang. Dennoch, blickt man in die amerikanischen und kanadischen Ligen (Ausbildungs)Ligen, dann sieht man, dass der Staff deutlich größer ist, bzw. es für viele Bereiche und Aspekte einen extra Coach gibt. Von Skill über Skating, Kondition bis zum Torwart. Dazu noch jede Menge Analysten, die vom taktischen Verhalten bis hin zum Halten des Schlägers sich alles ansehen.
    In der DEL hat Nürnberg erst wieder gezeigt, wie wichtig solche Einflüsse sind. Diese Sachen stecken jedoch in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Das ist auch verständlich, da solche Coaches auch ins Geld gehen und Eishcokey in Deutschland eine Randsportart ist.

    Jedoch liegt hier ein großes Potenzial. Bei größeren Vereinen ist das noch etwas einfacher zu realisieren als bei kleineren. Dazu kommen noch die Talentschmieden, deren Herrenmannschaften in unteren Ligen angesiedelt sind. Aber nicht jeder Club hat bspw. einen professionellen Goaliecoach. Hier gibt es dann auch wieder unterschiedliche Anforderungen, ob dieser "nur" Senioren-Torhüter trainieren soll, oder dem Nachwuchs das nötige Rüstzeug an die Hand gibt. Insgesamt gibt es hier die ersten Fortschritte, ist ein Torwarttrainer vorhanden, dann ist er zumeist für den Nachwuchs und die "Kampfmannschaft" zuständig. Vor Jahren konnten viele davon nur träumen. Doch es muss noch mehr geschehen.
    Ebenso in den Bereichen "Skating", "Technik" und "Athletik". Es werden viele Kurse angeboten, doch diese müssen die Nachwuchskracks oftmals "aus eigner" Tasche finanzieren. Manchmal wird ein Kurs auch vom Verein gebucht (egal jetzt ob für Herren oder den Nachwuchs), diese bringen auch oftmals Fortschritte, doch sind nach wenigen Tagen wieder beendet hier muss aber langfristig angesetzt und gearbeitet werden. Denn 4 - 5 Tage sind einfach zu wenig.

    Zusätzlich haben unsere Nachwuchsspieler deutlich weniger Möglichkeiten sich Spielpraxis zu holen, wenn man allein auf Anzahl der Spieltage schaut.

    Deshalb holt man sich auch die Spieler aus dem Ausland. Diese haben eine intensivere Ausbildung genossen und machen daher den Unterschied. Diese Lücke KÖNNTE man verringern, wenn sich die Vereine und der Verband einig sind. Natürlich werden die Ausbildungskosten für jeden einzelnen Spieler dadurch steigen. Bei einem Vertragsabschluss einen jungen Spielers aus dem eigenen Nachwuchs müssen diese Kosten auch immer berücksichtigt werden. Dazu kommen noch die Jungs, die den Sprung ins Profi-Geschäft nicht schaffen oder sich anderen Vereinen anschließen. Daher ist die Aussage, dass junge dt. Spieler jüngstigere sind nicht ganz richtig, wenn wir alle anderen Faktoren dazuzählen.

  • Bei dem Thema/Argument Lohnkostenvorteile könnte ich immer kotzen.

    Wenn ein Team 3 Mio Spieler-Etat hat, wird es 3,3 Mio ausgeben, egal welche Regelung.

    Da Lügen sich die Verantwortlichen doch selbst an. Jeder Club versucht ein Maximum an Budget aufzustellen und reizt dieses maximal aus. Es kann mir keiner erzählen, dass wenn er sich 100.000 Euro bei zwei mittelmäßigen deutschen/schweizern Spielern gespart hat, diese dann nicht anderweitig ausgibt und vielleicht für dieses Geld einen TOP-Spieler holt.

    Die Personalkosten reduzieren sich dadurch doch nicht. So ein Quatsch. Bin mal gespannt, wie die Personalkosten in der Schweiz jetzt sinken oder konstant bleiben… ha ha

    Du hast dich entweder falsch ausgedrückt oder verstehst nicht um was es geht.

    Wenn du 2 K Stellen streichst oder endlich eine Regelung aufstellst die in D ausgebildete Spieler besser aufs bringt, kann der Club der sich 100 000 € irgendwo gespart hat sich nicht einen weiteren Top Spieler holen, woher auch? Der Markt ist überschaubarer und die Qualtität der Kontis wird vermutlich steigen.

  • Der 27-jährige Kanadier lässt sich seine Fähigkeiten besser bezahlen. Warum auch nicht? Kein Unternehmen bezahlt die Lehrlinge besser als die Gesellen oder Meister. Diese Wirtschaftsunternehmen wollen im Gegensatz zu den Eishockey-Unternehmen niemand weiß machen, dass der Lehrling viel teurer ist als der Geselle. Einen Meister oder Gesellen von der Konkurrenz abzuwerben kostet im schlechtesten Fall etwas mehr Geld bei einem zu erwartetenden Gewinn an Fachwissen und Arbeitskraft. Kein solides Wirtschaftsunternehmen wird die Investition jedoch wegen einer Person maßlos steigern, sondern immer nach wirtschaftlichen Kriterien entscheiden. Im Eishockey ist das nicht immer der Fall und deshalb frage ich mich, warum die über die steigenden Preise jammern? Wenn du bei einigen Spielern die Lohnsteigerung bei einem Wechsel mitbekommst, dann fragst du dich, wer denn für die ausufernden Spieleretats verantwortlich ist? Das sind doch nicht die Spieler! Die nehmen nur was ihnen ein maßloser Manager anbietet.

    Das Ertragsargument ist in meinen Augen ganz schwach. Keine Investitionen in das Anlageunternehmen, Rücklage, keine langfristige Strategie, wenig Ausbildung in zukünftige Fachkräfte, keine Gewinnerzielung etc.; die einzige Ertragssteigerung wird im sportlichen Bereich erzielt und ist nicht besonders nachhaltig. Hier so zu tun als wären die Eishockey-GmbHs mit einem soliden Wirtschaftsunternehmen gleich zu stellen, und das lese ich aus deinem Satz so heraus, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Eishockey-GmbHs verpulvern ihren jährlichen Etat in der Regel vollständig. Wenn er nicht reicht, weil das einzige Ziel in Gefahr ist, dann buttern bei einigen Organisationen die reichen Onkel eben nach.

    Die NHL-Spieler sind aus folgenden Gründen besser. Diie Liga kann sich die besten Spieler der Welt in einem Zeitraum leisten, in dem die Spieler ihr Leistungshoch haben. Sie investiert in ein durchgängiges Nachwuchskonzept über vier Ligenebenen und lässt die Spieler im permanenten Konkurrenzkampf reifen. Da spielen die jungen Spieler unter den besten verfügbaren Trainern. Bei uns dienen sie als billige Kaderfüller auf dem Spielberichtsbogen und haben zwei bis acht Minuten Eiszeit in der vierten Reihe und fordert sie zur Geduld auf, weil sie altersmäßig noch nicht dran sind.
    Ich halte es da mit Hans Zach: "Auf der Bank ist noch niemand besser geworden" und "wenn zwei gleich gut sind, dann spielt der Jüngere, weil er mehr Zeit hat sein Potential auszureizen".

    Bevor die Einwände vom schlechten Nachwuchs usw. kommen: Beobachtet die wirklich geförderten Jungs und ihre Fortschritte innerhalb kürzester Zeit. Nach einem Jahr Vertrauen und nennenswerte Eiszeiten hast du plötzlich einen völlig anderen Spieler im Kader. Die Jungs geben alles um einen Stammplatz im Team zu ergattern! Für weniger Geld und oftmals mit einer niedrigeren Fehlerquote als der McNulty aus der vierten Reihe.

    Gut ausgebildete Spieler zu produzieren sollte eigentlich für alle eine Selbstverständlichkeit sein. Das kostet Geld, Zeit, Geduld und jede Menge Vertrauen. Diese Anforderungen werden leider den kurzfristigen Zielen geopfert, um in der nächsten Saison noch einen gut bezahlten Job zu haben. Mir fehlt es an der übergeordneten Instanz die eine langfristige Strategie vorgibt. "Hör mal, wir geben dir Rang 8 vor, aber wenn du mit der Truppe nur 10. wirst und dafür zwei Junioren förderst und leistungsmäßig in die Stammformation bringst, dann hast du hier eine längere Zukunft", um es mal überspitzt auszudrücken. In der DEL läuft es eher so: "Passt mal auf, wir sind 10., aber wenn ich McNulty und Michaelonix bekomme, dann garantiere ich euch den 8. Platz!"

  • Wenn du in der Lehrzeit aber nur minderwertige Arbeit (wie zusammenkehren) machst

    So was gibts noch? Bei all dem Gejammere der Wirtschaft?

    Ich kann anekdotisch berichten, daß der einzige Lernende, den ich als Nurkehrer, leibhaftig sah, ein FH Bauingstudent im 1. Praxissemester war. Später hörte ich, im zweiten war er nur mit plänefalten beschäftigt.

  • Vorweg meine Meinung: für das deutsche Eishockey ist es wichtig, dass mehr Spieler auf hohem/höchstem Niveau spielen können. Die Reduzierung von AL Stellen kann da aber nur ein Mosaikstein sein.

    Ein Problem in der Diskussion ist nach meiner Wahrnehmung, dass immer nur sehr kurze Zeiträume betrachtet werden. Wenn ich nur auf jetzt und vielleicht die nächste Saison gucke, dann habe ich auch wenig gute Argumente für eine Reduzierung der AL Stellen. Es gibt nicht soooo viele geeignete junge deutsche Spieler (aber wahrscheinlich mehr als von den Clubs behauptet) und dann wird der eine oder andere deutsche doch etwas überzahlt sein im Vergleich zum großen Markt der durchschnittlichen AL's

    Man muss also erstmal einen Markt für deutsche Spieler schaffen, also ausbilden. Ausbildung kostet Geld und die Erfolge sieht man erst Jahre später. Nicht gerade das, was die Konzeption eines DEL Clubs auszeichnet (mit ein paar positiven Abweichungen wie Jung - Adler, Haie, Eisbären). Aus meiner Sicht ist die Ausbildung, also ein Zwang, eine Verpflichtung für DEL, vielleicht DEL2 Clubs notwendig. Könnte auch über Kooperationen mit gestandenen Clubs, gerade in Bayern laufen. Ergänzend und vielleicht mit etwas Verzug wäre es dann allerdings unbedingt notwendig die AL Stellen zu kürzen um auch einen Ertrag aus den Ausbildungskosten zu erzielen..

    Bei der Diskussion ist der DEB natürlich nicht außen vor. Den sehe ich insbesondere verpflichtet in Fragen der Infrastruktur unterhalb von Arenen. Ist aber eine weitergehende Diskussion und nicht unbedingt im DEL Forum..

  • Es ist ein Henne-Ei-Problem. Ohne ausreichenden Nachwuchs werden deutsche Spieler für die kleinen Clubs unbezahlbar. Kann das ja bei uns sehen, wir sind froh einen Karachun im Sturm zu haben. Müssten Mannheim und Co. jetzt noch drei Ausländer durch deutsche Spieler ersetzen, dann würden sie ihn holen und wir müssten uns mit einem Möchel als besten deutschen Stürmer rumärgern. Das kann sportlich nicht funktionieren.

    Ausreichenden Nachwuchs kriegst du aber nur mit Strukturen und Einsatzzeiten. Die kann man aber nicht garantieren. Es kann aus meiner Sicht nur ein langfristiger Prozess funktionieren. Zuerst eine ausreichende Basis für eine gute Ausbildung legen - hier hat man mit dem 5-Sterne-Konzept durchaus Erfolge vorzuweisen. Dann langsam die Kontigentspieler reduzieren.

    Aber man sollte zwei Aspekte nicht vergessen: 1) Das dauert. Wenn ich jetzt um neue Spieler in der Laufschule werbe, die kommen Mitte der 2030er Jahre (vielleicht) in der DEL an. 2) Man braucht einen breiten Pool an jungen Kindern, die man dafür begeistert. Und da helfen uns weder die lokalen Strukturen noch der Klimawandel - wo können die Kinder denn noch ein paar Monaten auf irgendwelchen Seen Eishockey spielen?

    Ich bezweifel, dass wir in Deutschland mit der Monokultur Fußball, jemals genügend Eishockeyspieler werden heranziehen können, um in der DEL auf 3 oder 4 Ausländer zu gehen. Wenn, dann nur auf Kosten eines stark gesunkenen Niveaus. Und davon profitiert die Nationalmannschaft dann auch nicht, wenn sich die Spieler nicht tagtäglich auf hohem Niveau messen können.

    Und zum Beispiel Michael Wolf: Qualität setzt sich immer durch, egal ob und wie es eine Förderung oder Quotenplätze gibt.

  • Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen. Mehr Quotendeutsche bringt doch absolut nichts, Bankwärmer gibt es schon genügend.

    Wenn einer nicht die Leistung für die DEL bringt, hat er doch die Gelegenheit, sich eine Klasse tiefer wieder zu empfehlen. Wenn er es ganz oben nur knapp nicht schafft, dann sollte er doch eine Klasse tiefer auf jede Menge Eiszeit, auch in den Special Teams bringen.

    Das Problem sind doch nicht die drittklassigen Nordamerikaner, die in der DEL spielen, das Problem ist der zu schlechte und zahlenmäßig zu geringe Nachwuchs. Gerade weil es zu wenige Nachwuchsspieler gibt, werden die Guten bereits von Anfang an hofiert und lernen nie, dass man auch mit viel Talent entsprechend arbeiten muss. Diejenigen, die das begreifen, starten gleich durch und sehen die DEL entweder garnicht, oder nur als Übergangsstation und diejenigen, die hauptsächlich von ihrem Talent leben und nicht lernen, sich durchzubeißen, die schaffen es auch mit 25 nicht mehr.

    Die Randsportart Eishockey wird es nicht schaffen, jemals genügend Jugendliche zu rekrutieren, um die Zahl der Ausländer signifikant senken zu können bei einer Steigerung des Niveaus. In Kanada gehen die Jungs eben auf zugefrorene Seen für ihre Freizeitgestaltung und hier bei uns eben auf den Bolzplatz. Gewisse Dinge muss man einfach akzeptieren.

  • Jedem seine Meinung. In meinen Augen tust du einem Großteil der Jungs unrecht. Die sind bereit zu beißen, aber dafür brauchst eine Chance. Wer es an die Grenze zum Profi geschafft hat, hat schon viele Jahre enormes auf sich genommen und wird es weiter tun. Das sind keine Gepuderten.

    Auch die Nummer mit der DEL2 und den Talenten stimmt so nicht. Die DEL2-Teams haben einen Stammkader der teuer bezahlt wir. Die schmeißen den nicht am Wochenende komplett um, nur weil mal wieder ein Förderlizenzspieler zur Verfügung steht. Das ist für Vereine und Spieler eine schlechte Ausgangslage. Das wäre ein ganz andere Nummer, wenn die Spieler fest für drei Monate oder die ganze Saison abgestellt würden. So bringt die Nummer kaum einen Spieler etwas, denn sie sind dann eine Liga tiefer auch nur Kaderfüller.

  • Die Randsportart Eishockey wird es nicht schaffen, jemals genügend Jugendliche zu rekrutieren, um die Zahl der Ausländer signifikant senken zu können bei einer Steigerung des Niveaus. In Kanada gehen die Jungs eben auf zugefrorene Seen für ihre Freizeitgestaltung und hier bei uns eben auf den Bolzplatz. Gewisse Dinge muss man einfach akzeptieren.

    Sehr schöner Extrakt eines der Grundprobleme des Eishockeys: "Gewisse Dinge muss man einfach akzeptieren". Ach ist das schön! Ich akzeptiere einfach Dinge, dann muss ich mir auch keine Gedanken um Veränderungen oder gar Verbesserungen machen. Früher war eh alles besser. :bash:

  • Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen. Mehr Quotendeutsche bringt doch absolut nichts, Bankwärmer gibt es schon genügend.

    Wenn einer nicht die Leistung für die DEL bringt, hat er doch die Gelegenheit, sich eine Klasse tiefer wieder zu empfehlen. Wenn er es ganz oben nur knapp nicht schafft, dann sollte er doch eine Klasse tiefer auf jede Menge Eiszeit, auch in den Special Teams bringen.

    Das Problem sind doch nicht die drittklassigen Nordamerikaner, die in der DEL spielen, das Problem ist der zu schlechte und zahlenmäßig zu geringe Nachwuchs. Gerade weil es zu wenige Nachwuchsspieler gibt, werden die Guten bereits von Anfang an hofiert und lernen nie, dass man auch mit viel Talent entsprechend arbeiten muss. Diejenigen, die das begreifen, starten gleich durch und sehen die DEL entweder garnicht, oder nur als Übergangsstation und diejenigen, die hauptsächlich von ihrem Talent leben und nicht lernen, sich durchzubeißen, die schaffen es auch mit 25 nicht mehr.

    Die Randsportart Eishockey wird es nicht schaffen, jemals genügend Jugendliche zu rekrutieren, um die Zahl der Ausländer signifikant senken zu können bei einer Steigerung des Niveaus. In Kanada gehen die Jungs eben auf zugefrorene Seen für ihre Freizeitgestaltung und hier bei uns eben auf den Bolzplatz. Gewisse Dinge muss man einfach akzeptieren.

    du verstehst halt nicht, das die Quotendeutschen deshalb niemals zu guten Spielern werden, weil es eben so viele ALs gibt.

    Das war doch schon immer die Krux im Dt. Eishockey - keiner kann im PP das Spiel machen, wie auch, muss in der DEL ja keiner, die schauen den 9 AL dabei zu wie sie PP spielen.

    Und darum ist der beitrag von Lone Wolf in vielen Teilen richtig.
    Du musst die ALs langsam reduzieren und gleichzeitig die jugendarbeit intensivieren. Dann geht es. Wenn Mannheim weniger ALs hat, kriegt ein F.Elias vlt. mehr Eiszeit, Verantwortung etc. und kann sich besser entwickeln.
    Wenn ein Karachun aus Schwenningen geht, dann gibt es dort eben Platz für einen jungen dt. Nachwuchsspieler, der sich dann auf höchsten Niveau entwickeln kann.

    Das Talent wäre schon da, nicht im übermass, und es geht sicher nicht von jetzt auf gleich, aber wenn man wollte, wäre ein erster schritt auf max. 10 Lizenzen und 8 ALs schon zur nächsten Saison möglich, und man könnte in 2 Jahren dann nochmal runter auf 9 und 7 gehen. Wenn man das Schrittweise macht, ist in vlt. 6-8 Jahren eine DEL möglich mit 7 Lizenzen und 5 AL. Verzichtet man auf die Einbürgerungen, dann hätte man in jedem Team 15 dt Spieler - das wäre ein riesen Fortschritt. Zumal dann eben auch wichtige Rollen von dt. Spielern übernommen werden würden.
    Das wäre auch wenn das Niveau vorübergehend sinkt langfristig sehr gut für die Nachhaltigkeit der Liga, und für das dt. Eishockey insgesamt.
    Aber die DEL hat daran halt kein Intresse, es ist halt kurzfristiges denken.
    Wenn ich mir anschaue was die NHL und die BBL in Dtl. so machen, dann wird Eishockey genau deswegen im Niemandsland verschwinden.