Kleinste Liga der Welt

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    Und doch bestand ab 1970 bis zum Ende der DDR eine Profiliga, die jedoch nur mehr aus zwei Mannschaften bestand: SC Dynamo Berlin und SG Dynamo Weißwasser.

    Schon eine sehr verrückte Zeit. Aber bei 6-8 Saisonspielen von einer Profilliga zu sprechen ist schon gewagt.

    Der Bericht, dass das Publikum in Weißwasser Gegenstände aufs Eis warf um die Berliner Spieler zu verletzen, hat mich jetzt nicht sooo überrascht. Die sind da halt so. ;)

  • Schon eine sehr verrückte Zeit. Aber bei 6-8 Saisonspielen von einer Profilliga zu sprechen ist schon gewagt.

    Der Bericht, dass das Publikum in Weißwasser Gegenstände aufs Eis warf um die Berliner Spieler zu verletzen, hat mich jetzt nicht sooo überrascht. Die sind da halt so. ;)

    Es waren doppelte Best of Five Runden als maximal 25 Spiele, und falls es mal mit 15 Spiele ausging wurde noch der Pokal gespielt also noch doppelte Best of Five. Wenn ich mich richtig erinnere.


    Also da die Hälfte dann noch Nationalspieler waren kamen die WM dazu (ob A oder B egal) und ein paar Länderspiele und einige Freundschaftsspiele bzw. Turniere.


    Es waren also mehr als 6-8 Spiele in der Saison.


    Und es waren offiziell keine Profis, jeder hatte noch einen Arbeitsplatz oder Dienstelle wo ein Bild von ihm Stand, damit er als Amateur galt.:thumbsup:


    Man hätte wahrscheinlich in den Anfangsjahren eher Weißwasseraner/Crimmitschauer/Rostocker getroffen.

    Entweder liegt es an einem selber, oder es sind wirklich die anderen dran Schuld. (Zitat von Rene Bielke):prost:

    Edited once, last by Schuetze74 ().

  • Schon eine sehr verrückte Zeit. Aber bei 6-8 Saisonspielen von einer Profilliga zu sprechen ist schon gewagt.

    Der Bericht, dass das Publikum in Weißwasser Gegenstände aufs Eis warf um die Berliner Spieler zu verletzen, hat mich jetzt nicht sooo überrascht. Die sind da halt so. ;)

    Echt? Warst du dabei? Ich schon und da flogen keine Gegenstände...

  • Play-Offs gab es erst ab Mitte der 80er. Davor waren zwischen sechs und zehn Spiele angesetzt. Aber es gab auch relativ viele internationale Freundschaftsspiele.

  • Echt? Warst du dabei? Ich schon und da flogen keine Gegenstände...

    Schreibs bitte dem Autor - nicht, dass seine Dissertation noch beginnt zu wackeln.

    Es ist ein emotionales Publikum, das schlägt mal gut, mal schlecht aus, nur heute eher weniger drastisch. Und so wirklich böse war das nicht mal gemeint :)

  • Die Spieler hatten sogenannte Planstellen und waren mehr oder weniger schon Profis.


    Sommertunier, Glasmacherpokal, Europapokal, Nationalteam, internationale Freundschaftspiele, da kam schon was an Wettkämpfen zusammen.


    Was oft vergessen wird, dass es ja auch in der DDR bis 1970 eine richtige Liga mit 6 bis 8 Mannschaften gab und da unter anderem Rostock, Crimmitschau, Karl-Marx Stadt (in Person der übernommenen Frankenausener Jungs) mitmischten.


    Von der Miniliga und der deutschen Teilung an sich profitierte wohl Weiswasser am allermeisten. Vor 1945 spielte Weiswasser keine große Rolle und sie hätten es auch in einem Gesamtdeutschland nicht gespielt. Man hätte niemals DEL gespielt, man wäre ein Standort wie Füssen, Miesbach.


    Und im DDR Eishockey profitierte man sicher auch von der Monopolstellung, mit der Nationalmannschaft und den Europapokalspielen. Sicherlich der EHC Dynamo noch etwas mehr. Man konnte sich zwischen Rostock und Crimmitschau bedienen.


    Und wenn man die Entwicklung von Weiswasser und Crimmitschau sieht, dann ist die in Crimmitschau weitaus höher anzurechen, war man hier doch 20 Jahre in der Versenkung. Etwas mehr Demut tät also Weiswasser schon gut, dass merkt man in der ganzen Außendarstellung der Akteure. In den mittlerweile 2 Büchern über Crimmitschau merkt man die Freude über die Wende und die Bescheidenheit, bei Weiswasser schwelgen Hirche,Bresagk, Bielas in ostalgischen Erinnerungen.


    Mit den Umzügen von Standorten (Frankenhausen-Karl-Marx Stadt) Neugründungen aus dem nichts (ASK Crimmitschau) hatte die DDR Liga aber ihrer Zeit schon etwas voraus, wenn man an die München Barons oder die Hamburg Freezers denkt.

  • Von der Miniliga und der deutschen Teilung an sich profitierte wohl Weiswasser am allermeisten. Vor 1945 spielte Weiswasser keine große Rolle und sie hätten es auch in einem Gesamtdeutschland nicht gespielt.

    Vor 1945 war man mal schlesischer Meister, damals nicht gerade ein kleines Gebiet, dies fiel dann weg und richtig ja Sie hatten Glück (und damit profitierten sie) durch die Miniliga, aber am meisten Berlin, dort wurden viele Spieler hindelegiert (das RB des Ostens - später bildete man dann auch selbst sehr gute Spieler aus).

    Wenn in Weißwasser gespielt wurde und die Namen aufgerufen wurden, riefen die Zuschauer sehr häufig "Weißwasser" was bedeutete diese Spieler kamen aus Weißwasser (hier waren aber auch einige von den aufgelösten Standorten) . In Weißwasser ging man zum Fussball, wenn es mit Eishockey nicht klappte, über 100 Kinder begannen damals jedes Jahr mit dem Eishockeysport und es wurde in Weißwasser teilweise "brutal" aussortiert. "Brauchst nächste Saison nicht wiederkommen" war ein Satz den viele zu hören bekamen, heute undenkbar in vielen Standorten.

    Sicherlich wäre es interressant zu wissen warum Weißwasser neben Berlin bestehen blieb und nicht Crimmitschau, Chemnitz oder Rostock als Gegner ausgesucht wurden. Wahrscheinlich durch ihre Leistung, vielleicht war es nur die gute Anbindung an "Bahn" und "Strasse" und die geringere Entfernung zu Berlin. Mielke brauchte für seine Dynamos ja wenigstens einen schnell erreichbaren Gegner. Vielleicht auch das Stadion, was die Einwohner in Weißwasser durch viele Stunden Eigenleistung mit errichteten (wie auch in Crimmitschau).

    Eishockey in Weißwasser hatte auch vor 1970 schon eine starke Tradition. Man war nicht vor 1970 umsonst mehrfacher Ostdeutschermeister. Aber dieses Alleinstellungsmerkmal führte dann nach 1990 zu mehreren Fehleinschätzungen und leicht "überheblichen" Gebaren was dann zu der Krise ca 10. Jahre später führte. Also man hätte auch jetzt schon ein Verein wie Füssen oder Miesbach sein können, aber nach 2003 kam es im Verein zu einigen Änderungen die den Verein/GmbH vor der Versenkung retteten.

    Der Strukturwandel in der Kohle wird für Weißwasser nicht einfach zu bewerkstelligen sein und der Bevölkerungsschwund und der geringe Einwohnerzahl (insbesondere der jungen Menschen) in der Umgebung macht es auch nicht leichter. Und die Randlage wird von vielen Gegner aufgrund der Reisestrapazen und Kosten gehasst. Aber damit leben die Weißwasseraner immer (ähnlich wie Bremerhaven in der DEL) und machen das Beste draus.


    https://www.lausitzer-fuechse.de/text.asp?t=lp-tradition

    Entweder liegt es an einem selber, oder es sind wirklich die anderen dran Schuld. (Zitat von Rene Bielke):prost:

  • Denke dass es in der Miniliga nur Weiswasser und Berlin gab lag auch am Träger Dynamo. Scheinbar hätte auch der ASK Crimmitschau mitmachen können, doch der Träge Armee hatte keine Lust, also müsste dass der Grund gewesen sein, mehr als ein geographischer.

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  • Sicherlich wäre es interressant zu wissen warum Weißwasser neben Berlin bestehen blieb und nicht Crimmitschau, Chemnitz oder Rostock als Gegner ausgesucht wurden. Wahrscheinlich durch ihre Leistung, vielleicht war es nur die gute Anbindung an "Bahn" und "Strasse" und die geringere Entfernung zu Berlin. Mielke brauchte für seine Dynamos ja wenigstens einen schnell erreichbaren Gegner. Vielleicht auch das Stadion, was die Einwohner in Weißwasser durch viele Stunden Eigenleistung mit errichteten (wie auch in Crimmitschau).

    Weißwasser gewann vor 1970 schon 17 der 22 DDR-Meisterschaften. Im Prinzip war der DDR-Meisterschaft schon die kompletten 1960er ein Zweikampf zwischen den Dynamos.

  • Denke dass es in der Miniliga nur Weiswasser und Berlin gab lag auch am Träger Dynamo. Scheinbar hätte auch der ASK Crimmitschau mitmachen können, doch der Träge Armee hatte keine Lust, also müsste dass der Grund gewesen sein, mehr als ein geographischer.

    Kurzfassung: Eigentlich sollte Eishockey ganz platt gemacht werden (zu teuer bei gleichzeitig zu geringen Medallienchancen). Da der Stasichef Erich Mielke aber ein Eishockeyfan war, hat er durchgesetzt, dass die beiden Dynamo-Vereine überleben durften. Dynamo waren damals die Polizeisportvereine, die wohl in Mielkes Ressort fielen.

  • Füssen, Miesbach

    Puh, da wirfst aber schon zwei Städte in einem Topf: die eine Stadt hatte das erste Kunsteisstadion und hat einen Verein mit 16 deutschen Meistertiteln und die andere kam nicht über die 2. Liga hinaus.

    Gernot Tripcke(2001):
    Für mich ist das vor allem eine sportpolitische Frage. Ich glaube, dass Auf- und Abstieg zur deutschen Sporttradition gehören.

  • Ich meine diese Standorte als Beispiele für kleine traditionelle Standorte, die schon lange nicht mehr im Vollprofigeschäft sind.

    Miesbach war aber vor dem zweiten Weltkrieg schon eines der bayerischen und damit auch Topteams.

    Riesersee, Bad Tölz, Füssen, Miesbach und auch München und Nürnberg. Das waren vor 1945 eigentlich die erfolgreichsten Eishockeystandorte in Bayern. Kaufbeuren, Landshut usw. kamen erst später.