Ein schönes Beispiel für die Trennlinien der "Lager" in der DEL.
Zum einen ist natürlich klar, dass die Probleme der Liga in erster Linie die Probleme der jeweiligen Standorte sind. Dennoch sind übergreifende Probleme doch nicht wegzureden - und" Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs, Abschaffung der Mindestgrößen von Eisstadien" zählen für mich auf jeden Fall dazu. Dazu aber gleich mehr.
Bemerkenswert und neu ist in dem obrigen Artikel eigentlich nur, dass Stichnoth auch in die Kerbe schlägt, die bisher einzig von Köln/Düsseldorf/Mannheim geschlagen wurde.
Alien, du machst die Probleme an den Spielstätten fest, wobei dein erster Fehler ist, dass du -so klingt es jedenfalls - davon ausgehst, dass sich die DEL-Clubs ihre Spielstätte selbst aussuchen können. Das ist natürlich Blödsinn. Solche Entscheidungen sind politisch gewollt.
So ist es jabeispielsweise nicht so, als ob die Augsburger Panther nicht bereits versucht hätten, den Boden für eine Augsburger MuFu zu bereiten. Die Renoviereung des CF ist letztlich nur die ungebliebte zweite Lösung gewesen. Andererseits ist es auch nicht so, als ob die Haie sich hätten aussuchen können, ob sie in die Arena ziehen oder die Lente renoviert würde. Letzteres war nicht der Fall und wurde von Seiten der Politik auch mit der Option einer neuen Spielstätte begründet. Dass Augsburg also in keiner MuFu spielt liegt einzig daran, dass es in Augsburg nicht genug Interesse für eine solche gibt und nicht daran, dass die Clubchefs sich dies ausgesucht hätten.
Weiter ist es zu undifferenziert, pauschale Ergebnisse aus dieser These ableiten zu wollen. Beispiel: Köln und Düsseldorf im Bezug auf Mietzahlungen in einen Topf zu werfen, ist Blödsinn. Düsseldorf ist dank der Politik fein raus, Köln muss mit dem worst-case leben. Gleichzeitig verfügt Düsseldorf über eine der ligenbesten Sponsorenaquise, während Köln hier ziemlich versagt und nach wie vor von einer der größten Fanbasen der Liga lebt.
Du hast nun 5 Teams rausgesucht, denen es (dank kleiner und z.T. städtisch bezuschusster Halle) gut geht. Ich gebe dir eine andere Rechnung.
Straubing geht es gut und verfügt über keine nennenswerte Nachwuchsarbeit.
Iserlohn geht es gut und verfügt über eine akzeptable Nachwuchsarbeit.
Wolfsburg geht es gut und verfügt über keine nennenswerte Nachwuchsarbeit.
Ingolstadt geht es gut und verügt über keine nennenswerte Nachwuchsarbeit.
Augsburg geht es gut und verfügt über eine akzeptable Nachwuchsarbeit.
Worauf will ich hinaus?
Auf die genannten Trennlinien innerhalb der Gesellschaftergruppe, welche über die DEL entscheidet.
Köln/Mannheim/Düsseldorf reden sich seit Jahren den Mund fusselig, wenn es um Auf/Abstieg, Reduzierung der ALs, Free-TV oder verbindliche Nachwuchsarbeit geht (zu den 9000 Punkten habe ich nichts gelesen). Die schweigende Mehrheit der DEL-Clubs entscheidet aber anders.
Auch, weil es sie nicht zu jucken braucht. Sie verfügen über ihre güstigen Hallen und können jeden Euro in die Mannschaft stecken. Müssten sie die gleiche Summe für Nachwuchsarbeit aufwenden, welche z.B. Düsseldorf, Krefeld, Köln, Mannheim oder Berlin aufwenden, würde ihr Etat arg leiden. Also stimmen sie gegen die verbindliche Summen oder Strafen.
Sie verfügen weiter über ihren Zuschauerstamm, der kommt. MuFu-Teams müssen werben und sind abhängig davon, dass Eishockey seine Popularität erhält oder steigert und bemühen sich so auf jede erdenkliche Weist ins Free-TV zu kommen. Die Liga würde SKY aber niemals kicken, denn die Mehrzahl der Teams nimmt lieber die 200.000 € als die Taube auf dem Dach. Auch, weil sie nicht davon ausgehen, die 200.000 € durch Sponsoren refinanziert zu kriegen.
Interessanterweise sind es ebenfalls diese Teams, welche alle Vorschläge zu Auf/Abstieg abschmettern, weil sie offenbar um ihre Pfründe fürchten.
Ein weiterer Punkt ist die Anzahl der Spiele. Die einen wollen so viele Spiele wie nur irgendwie möglich und die anderen die größtmögliche Reduktion vom Status quo der 16er Liga.
Meine Gegenthese zu deiner "Arenen"-These ist, dass die Mehrzahl der Clubs der Liga sich die DEL nach ihrem Vorteil ausrichten. Das ist OK, denn so ist die DEL aufgebaut. Man darf meiner Meinung nach aber nicht das Wohl des Sports an sich vergessen. Und genau deswegen halte ich es für richtig, dass aus der üblichen Ecke (um Hannover erweitert) immer wieder Kritik an der aktuellen Struktur der DEL kommt.
PS: Deine kruden Thesen zu Eichin lasse ich mal ganz unkommentiert. Sie entbehren für mich jeglicher Grundlage.